Voliere wird neu genutzt: Stadt St. Gallen trifft Richtungsentscheidung
Die beliebte Sommerbuvette an der Voliere im St. Galler Stadtpark soll künftig eine andere Rolle übernehmen: Das Hochbauamt der Stadt St. Gallen hat ein Projekt zur Umnutzung des Gebäudes ausgewählt. Aus zwölf Bewerbungen wählte das Beurteilungsgremium das Konzept «Maison des oeufs» des Vereins Grünes Gallustal als «überzeugendste Eingabe». Geplant ist ein grosszügiger Hühnerstall mit ergänzenden Räumen; umgesetzt werden soll die neue Nutzung im Frühsommer 2029.
Die aktuelle Buvette der Betreibervereinigung «Voliere im Park» ist heute gut besucht und zieht viele Besucherinnen und Besucher an. Dennoch wird die Voliere nach der städtischen Planung zu einem Ort mit Landwirtschafts- und Bildungsfunktion umgestaltet. Das Umfeld – inklusive des Ententeichs – soll in das Projekt einbezogen werden, wie aus den verfügbaren Angaben hervorgeht.
«Wir waren überrascht, dass kein Gastronomiekonzept, welches der jetzigen Buvette ähnelt, eingereicht wurde.» — Christof Helbling, Leiter Hochbauamt Stadt St. Gallen
Die jetzigen Betreiber haben laut Aussagen erklärt, sie hätten aus praktischen Gründen kein Angebot für die langfristige Nutzung eingereicht. Lukas Hofstetter, Mitbetreiber der Zwischennutzung Voliere, führte an, die Optionen für die Jahre 2029 bis 2034 seien zu weit entfernt und der enge Zeitplan des städtischen Wettbewerbs habe dazu geführt, dass man sich lieber auf die kommenden drei Jahre der Zwischennutzung konzentriere.
Was das Projekt konkret vorsieht
- Hühnerstall in einem XXL-Format
- Schulungsraum für Futteraufbereitung und Bildungsangebote
- Küche und Lager als Infrastruktur
- Hofladen mit Selbstbedienung, Angebot: Eier, Vogelfutter und Setzlinge von lokalen Bauernhöfen
Die Kombination aus Tierhaltung, Bildungsangeboten und Hofladen zielt offenbar darauf ab, Stadtbewohnerinnen und -bewohnern städtisch-nahen Bezug zur Landwirtschaft und zu regionalen Produkten zu ermöglichen. Damit verfolgt das Projekt einen bildungs- und gemeinwohlorientierten Ansatz statt eines rein gastronomischen Betriebs.
Auswirkungen auf Besucherinnen und Nutzer des Stadtparks
Für die Bevölkerung bringt die Umwandlung konkrete Konsequenzen: Die bisherige Begegnungs- und Gastronomiefläche wird verlorengehen, sofern kein Ersatzangebot für die Buvette geschaffen wird. Gleichzeitig entsteht ein Angebot mit Bildungscharakter, das insbesondere Schul- und Vereinsaktivitäten ansprechen könnte. Für Anwohnende und Parkbesucher sind Fragen offen, etwa zur Lautstärke, zur Tierhaltung in unmittelbarer Stadtnähe, zu Hygiene und zu Betriebszeiten. Aus kommunikativen Gründen wird das Hochbauamt vermutlich noch Detailfragen zur Umsetzung, Bewirtschaftung und zu Übergangsfristen beantworten müssen.
| Aspekt | Bekanntes Detail |
|---|---|
| Ausgewähltes Projekt | «Maison des oeufs» (Verein Grünes Gallustal) |
| Anzahl Bewerbungen | 12 |
| Geplanter Start | Frühsommer 2029 |
| Wesentliche Elemente | Hühnerstall, Schulungsraum, Küche, Lager, Hofladen (Selbstbedienung) |
Die Stadt hat betont, dass aus den eingereichten Konzepten das «Beste» ausgewählt wurde. Wie genau die Übergabe des Gebäudes erfolgen und welche Übergangsregelungen für die derzeitigen Betreiber gelten, ist noch zu klären. Ebenso bleibt offen, in welchem Umfang lokale Landwirtinnen und Landwirte in die Belieferung des Hofladens eingebunden werden.
Für Nutzerinnen und Nutzer des Stadtparks empfiehlt es sich, die kommenden Mitteilungen des Hochbauamts zu verfolgen. Dort dürften Zeitpläne, Bau- und Umbauphasen sowie Detailfragen zur Nutzung publiziert werden.