Mehr Struktur für Mountainbiken rund um Chur
Die Stadt Chur arbeitet an einer Bike‑Strategie, die bis Ende 2026 fertiggestellt werden soll. Ziel ist es, die Nutzung von Mountainbikes im städtischen Naherholungsraum besser zu organisieren und Konflikte zwischen verschiedenen Nutzergruppen sowie mit Waldfunktionen zu reduzieren. Bereits heute ist Mountainbiken in Chur Alltag – der Alpenbikepark auf Brambrüesch gilt als etabliertes Angebot, während im Gebiet Mittenberg und im Fürstenwald vermehrt inoffizielle Trails genutzt werden.
Die Strategie nimmt mehrere Wege und Interessen in den Blick: Das betrifft die Sicherheit der Nutzenden, Besucherlenkung, den Schutz von Natur und Wald sowie die Arbeit der Waldbewirtschaftung. Als Grundlage dienen unter anderem die Vollzugshilfe „Mountainbike‑Wegnetzplanung“ von SchweizMobil und dem Astra sowie die kantonale Strategie Langsamverkehr. Damit orientiert sich die Stadt an bestehenden Fachgrundlagen statt an Einzelinteressen.
Mehrstufiger Mitwirkungsprozess
Die Erarbeitung erfolgt in einem mehrstufigen Prozess mit Beteiligung der Bevölkerung. Den Auftakt bildet eine öffentliche Online‑Umfrage, die primär an Bike‑Nutzende gerichtet ist, aber auch anderen Anspruchsgruppen eine Plattform bietet. Erfasst werden Bedürfnisse, Erfahrungen und Einschätzungen zur heutigen Situation wie auch Erwartungen an mögliche künftige Lösungen. In einem zweiten Schritt sollen die Ergebnisse gemeinsam ausgewertet werden; die Stadt nennt dafür den Monat September als Zeitpunkt für eine gemeinsame Betrachtung der Resultate.
Für Anwohnende und Erholungsuchende ist wichtig, dass die Strategie nicht allein auf das Schaffen neuer Strecken abzielt. Vielmehr wird geprüft, welche bestehenden Wege sich für eine offizielle Nutzung eignen und wo Einschränkungen nötig sind, weil Sicherheit, Natur‑ und Waldschutz oder andere Interessen dies verlangen. Das kann bedeuten, dass einzelne Trassen freigegeben, umgestaltet oder ausdrücklich gesperrt werden.
Die Initiative hat konkrete Auswirkungen auf verschiedene Gruppen in Chur:
- Bikende: mögliche neue, offiziell markierte und gesicherte Strecken; mehr Klarheit über erlaubte Linien.
- Fussgängerinnen und Fussgänger sowie Naturschützer: bessere Besucherlenkung und Schutz empfindlicher Bereiche.
- Waldbesitzende und Förster: abgestimmte Lösungen, die Waldbewirtschaftung und Erholung vereinbaren.
Zeitplan und nächste Schritte
| Projektphase | Inhalt | Zeitraum |
|---|---|---|
| Aufnahme | Öffentliche Online‑Umfrage, Erfassung von Bedürfnissen | laufend (Auftakt) |
| Auswertung | Gemeinsame Betrachtung der Umfrageergebnisse | September |
| Abschluss | Erarbeitung und Beschluss der Bike‑Strategie | bis Ende 2026 |
Für alle Betroffenen ist es empfehlenswert, an der Online‑Umfrage teilzunehmen oder sich in den bevorstehenden Dialogformaten zu engagieren. Die Strategie soll nicht nur Probleme regeln, sondern auch Perspektiven schaffen: ein geordnetes Angebot kann Freizeitnutzerinnen und -nutzer besser schützen und gleichzeitig empfindliche Naturräume entlasten. Die Stadt will damit verbindliche Grundlagen schaffen, die Nutzung regeln und langfristig Konflikte reduzieren.
Wie genau ausgewogene Lösungen aussehen, welche Strecken freigegeben und welche Bereiche geschützt werden, bleibt Teil der anstehenden Abklärungen. Die Beteiligung der Öffentlichkeit und der verschiedenen Anspruchsgruppen wird dabei eine entscheidende Rolle spielen.