Finanzlage der Bündner Spitäler 2025: Durchmischte Bilanz
Die Spitäler im Kanton Graubünden präsentierten für das Geschäftsjahr 2025 ein uneinheitliches Bild: Während das Kantonsspital Graubünden in Chur einen deutlichen Gewinn ausweist, sind manche Regionalspitäler weiterhin auf Stabilisierungskurse angewiesen. Die vorliegenden Zahlen zeigen, dass strukturelle Massnahmen und lokale Eingriffe zwar Wirkung zeigen, die Versorgungssicherheit aber weiterhin von politischen und finanziellen Entscheiden abhängt.
Das Kantonsspital in Chur, das grösste Spital im Kanton, schloss das Jahr 2025 mit einem Gewinn von 8,7 Millionen Franken ab. Die Spitalleitung bewertete das vergangene Jahr als positiv und führte die Verbesserung auf erhöhte Effizienz und optimierte Betriebsabläufe zurück.
«Ein positives Jahr», so die Einschätzung der Spitalleitung zum Geschäftsjahr 2025.
Die Bilanz der weiteren Häuser ist gemischt. Das Spital in Davos wies nominal einen Gewinn von 12,8 Millionen Franken aus. Dieses Ergebnis wird jedoch relativiert: Die Gemeinde stimmte 2025 dem Vorschlag zu, Altschulden in der Höhe von 14,1 Millionen Franken zu übernehmen. Ohne diese Entlastung hätte das Spital ein Defizit ausgewiesen. Diese Schuldenübernahme schafft Spielraum für ein umfassendes Sanierungsprojekt, dessen Kosten mit rund 70 Millionen Franken angegeben sind; die Stimmberechtigten sollen voraussichtlich 2027 dazu entscheiden.
Auch kleinere Gesundheitszentren verzeichneten positive Ergebnisse, wenngleich mit unterschiedlicher Dynamik:
- Centro Sanitario Bregaglia schloss 2025 mit einem Gewinn von etwas mehr als 1,1 Millionen Franken, was jedoch einem Rückgang von knapp 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.
- Centro Sanitario Valposchiavo meldete ein wieder ansteigendes Ergebnis und einen Gewinn von über 2,6 Millionen Franken.
- Center da Sanadad Savognin belief sich auf ein Betriebsergebnis von fast 2,4 Millionen Franken.
Was bedeuten die Zahlen für die Bevölkerung?
Die positiven Abschlüsse einzelner Häuser sind wichtig für die kurzfristige Stabilität der Gesundheitsversorgung im Kanton. Sie zeigen, dass betriebliche Massnahmen Wirkung entfalten können. Gleichzeitig machen die Zahlen deutlich, dass manche Einrichtungen ohne ausserordentliche finanzielle Hilfe – etwa die Schuldentilgung in Davos – nicht nachhaltig stabil wären. Für Patientinnen und Patienten heisst das: Die Grundversorgung bleibt in den betreffenden Regionen zunächst erhalten, langfristig sind aber Entscheide über Investitionen, Sanierungen und mögliche Leistungsanpassungen zentral.
Für die Kantons- und Gemeindepolitik ergeben sich daraus mehrere Handlungsfelder: Finanzierungskonzepte für regionale Spitäler, Abstimmung über grosse Sanierungsprojekte vor Ort und eine koordinierte Strategie, um Leistungsabbau in einzelnen Häusern zu verhindern. Die knapp abgewendete Schliessung des Spitals in Samedan erinnert daran, wie schnell die Versorgungslage regional ins Rutschen gelangen kann.
| Einrichtung | Ergebnis 2025 | Anmerkung |
|---|---|---|
| Kantonsspital Graubünden (Chur) | +8,7 Mio. CHF | Verbesserung durch Effizienzanstrengungen |
| Spital Davos | +12,8 Mio. CHF | Ergebnis dank Gemeindeschuldenübernahme von 14,1 Mio. CHF |
| Centro Sanitario Bregaglia | +1,1 Mio. CHF | Rückgang rund 16% gegenüber Vorjahr |
| Centro Sanitario Valposchiavo | +2,6 Mio. CHF | Wieder steigendes Ergebnis |
| Center da Sanadad Savognin | ~2,4 Mio. CHF | Positives Betriebsergebnis |
Insgesamt bleibt die Lage fragil: 2024 hatten die Mehrzahl der Bündner Spitäler rote Zahlen geschrieben. Die Verbesserung 2025 in einzelnen Häusern ist ein Schritt in die richtige Richtung, doch die Notwendigkeit für strukturelle, kantonsweite Lösungen bleibt bestehen.
Für die Bevölkerung wichtig zu wissen: Entscheide über grosse Sanierungsprojekte und finanzielle Entlastungen werden weiterhin lokal und kantonal getroffen. Damit bleiben Gemeindeversammlungen und kantonale Gremien zentrale Orte für die Weichenstellung zur Zukunft der Gesundheitsversorgung in Graubünden.