Massive Schädigung von Bienenvölkern in Landquart
In der Region Landquart sind an zwei Standorten insgesamt 45 Bienenvölker mit Vergiftungserscheinungen festgestellt worden. Das teilte der Bündner Kantonstierarzt Giochen Bearth auf Anfrage mit. Bei den betroffenen Völkern habe ein spezialisiertes Labor das Insektizid Spinosad nachgewiesen, ein in der Landwirtschaft eingesetztes Pflanzenschutzmittel.
Der Kantonstierarzt betont, es sei derzeit nicht restlos geklärt, ob alle 45 Völker vollständig verendet seien; momentan gehe er von einer starken Schwächung vieler Völker aus. Die Untersuchungen laufen, und die zuständige kantonale Behörde klärt ab, wer das Pflanzenschutzmittel eingesetzt hat.
„Bienen sind in einem grossen Radius unterwegs. Substanzen, die vielleicht sogar korrekt in der Landwirtschaft eingesetzt worden sind, können unter Umständen den Bienen schaden“, sagte Giochen Bearth.
Folgen und kurzfristige Massnahmen
Für die betroffenen Imkerinnen und Imker bedeutet die Schwächung der Völker einen unmittelbaren Verlust an wirtschaftlicher Leistung und an Bestäubungskraft. Der Kantonstierarzt nannte als mögliche Sofortmassnahme das Zusammenlegen unterschiedlicher Bienenvölker, um die langfristige Überlebensfähigkeit zu sichern. Konkrete Entscheidungen sollen nun auf Grundlage der Laborbefunde und der weiteren Abklärungen getroffen werden.
- Betroffene Anzahl: 45 Bienenvölker an zwei Standorten
- Nachgewiesene Substanz: Spinosad (Insektizid)
- Aktueller Stand: Ermittlungen der kantonalen Behörden laufen; Zuständigkeit klärt, wer das Mittel angewendet hat
Was das für den Kanton Graubünden bedeutet
Das Ereignis hebt die Anfälligkeit der Bestäuber gegenüber Pflanzenschutzmitteln hervor. Bienen leisten nicht nur Honigproduktion; sie sind für die Bestäubung vieler Nutz- und Wildpflanzen zentral. Eine Schwächung ganzer Völker kann darum auch Auswirkungen auf lokale Bauernbetriebe und die Biodiversität haben. Die Feststellung von Spinosad zeigt, dass selbst eingesetzte Wirkstoffe in bestimmten Situationen Schaden anrichten können, wenn Bienen Expositionspfade finden.
| Parameter | Angabe |
|---|---|
| Anzahl betroffener Völker | 45 |
| Nachgewiesene Substanz | Spinosad |
| Standorte | Region Landquart (zwei Standorte) |
Die kantonalen Behörden prüfen nun, wie es zu der Kontamination kam und ob die Anwendung der Substanz den Vorschriften entsprach. Bis die Untersuchungen abgeschlossen sind, bleibt offen, ob die Vergiftung auf falsche Anwendung, auf Nebenwirkungen bei korrektem Einsatz oder auf andere Ursachen zurückzuführen ist.
Hinweis für Imker und Landwirte
Der Kanton empfiehlt, bei Auffälligkeiten an Völkern die zuständige kantonale Behörde und den Kantonstierarzt zu informieren, damit Proben genommen und die Ursachen geklärt werden können. Zudem werden Massnahmen zur Stabilisierung der betroffenen Völker geprüft, etwa das Zusammenlegen schwacher Kolonien, wie vom Kantonstierarzt genannt.
Die laufenden Abklärungen sollen klären, wer das Pflanzenschutzmittel eingesetzt hat und ob weitere Schritte nötig sind, um ähnliche Vorfälle künftig zu verhindern.