Die anhaltende Trockenheit in Graubünden wirkt sich spürbar auf die Landwirtschaft aus. Nach Aussagen des Bündner Bauernpräsidenten Thomas Roffler führt der fehlende Niederschlag zusammen mit der lang andauernden Hitze zu Problemen in verschiedenen Kulturen und im Grünland.
Ernteentwicklung und Futterverfügbarkeit
Roffler berichtete, dass die erste Heuernte zwar noch zufriedenstellend ausgefallen sei, jedoch beim zweiten und insbesondere beim dritten Schnitt mit Einbussen zu rechnen sei. Viele Kunst- und Naturwiesen zeigten kaum noch Wachstum. Besonders betroffen seien Freilandkulturen, Acker- und Gemüsekulturen.
- Heuernte: Erste Schnitte befriedigend, spätere Schnitte gefährdet.
- Feldfrüchte: Mais und andere Aussenkulturen benötigen längeren Regen.
- Kartoffeln: Qualitative und quantitative Einbussen möglich, was Angebot und Preise beeinflussen kann.
Folgen für Konsumentinnen und Konsumenten
Roffler wies darauf hin, dass die Trockenheit nicht nur Produzierende treffe, sondern auch Konsumentinnen und Konsumenten. Am Beispiel der Kartoffel erklärte er, dass sich Ernte und Qualität «zurzeit qualitativ und quantitativ nicht so, wie sich der Produzent und der Konsument das wünschen würden» entwickelten. Wenn die Nachfrage das Angebot übersteige, könne dies zu Preiserhöhungen führen.
„Bei den Kunst- und Naturwiesen gibt es kaum noch Wachstum“, sagte Thomas Roffler.
Wasserbedarf in der Alpwirtschaft und Anpassungen
Die Alpwirtschaft gerät ebenfalls unter Druck: Tiere benötigen bei hohen Temperaturen mehr Wasser, gleichzeitig sinken die Schüttmengen der Quellen. Betriebe seien gezwungen zu improvisieren, zum Beispiel indem Wasser von Brunnen umgeleitet werde. Einige Betriebe könnten von in den letzten Jahren vergrösserten Wasserreservoiren profitieren; Roffler betont jedoch, dass die Erweiterung solcher Speicher «kostenintensiv» sei und meist nur mittel- bis langfristig realisierbar.
Aussichten und Handlungsspielräume
Kurzfristig angekündigte Gewitter könnten lokal Entlastung bringen und etwa Maiskulturen zugutekommen. Für grossflächige Aussenkulturen und das Dauergrünland reicht punktueller Niederschlag laut Roffler jedoch nicht; sie seien auf längeren, regelmässigen Regen angewiesen.
| Betroffener Bereich | Konsequenz |
|---|---|
| Heuwiesen | Weniger Wachstum; spätere Schnitte gefährdet |
| Acker- und Freilandkulturen | Qualitative und quantitative Einbussen (z. B. Kartoffeln) |
| Alpwirtschaft | Erhöhter Wasserbedarf; geringere Quellschüttung; improvisierte Wassernutzung |
Für die Bevölkerung bedeutet dies vorerst vor allem die Wahrscheinlichkeit eines geringeren Angebots bestimmter Produkte und potentielle Preissteigerungen. Langfristig könnten Investitionen in Wasserspeicher und angepasste Bewirtschaftungsformen notwendig werden, deren Umsetzung jedoch kostenintensiv ist und Zeit benötigt.