Wirtschaft Kanton Graubünden

Bündner Landwirtschaft ächzt unter Trockenheit – Ernteverluste und höhere Kosten drohen

Seit Wochen bleiben längere Niederschläge in Graubünden aus. Bauernpräsident Thomas Roffler warnt vor Einbussen bei zweiten und dritten Heuschnitt, Problemen bei Acker- und Gemüsekulturen sowie erhöhtem Wasserbedarf in der Alpwirtschaft.

Bündner Landwirtschaft ächzt unter Trockenheit – Ernteverluste und höhere Kosten drohen
©Illustration KI Andri Caduff / news10.ch

Auswirkungen der anhaltenden Hitze

In Graubünden fehlen seit mehreren Wochen längere Niederschläge. Diese anhaltende Trockenheit trifft die Landwirtschaft hart: Neben der Vegetation insgesamt sind besonders Acker-, Freiland- und Gemüsekulturen sowie die Alpwirtschaft betroffen. Die erste Heuernte sei noch zufriedenstellend ausgefallen, doch für spätere Schnitte und Aussaaten rechnet die Branchenvertretung mit Einbussen.

Thomas Roffler, Präsident der Bündner Bauern, sagte gegenüber Keystone-SDA, die Situation führe an verschiedenen Orten zu Problemen. Er nannte insbesondere die fehlende Entwicklung bei Kartoffeln und das quasi ausbleibende Wachstum auf Wiesen.

«Bei den Kunst - und Naturwiesen gibt es kaum noch Wachstum.»

Konkrete Folgen für Produktion und Preise

Die Trockenheit wirkt sich nicht nur auf die Erträge aus, sondern kann auch die Qualität von Kulturen beeinflussen. Roffler nannte die Kartoffel als Beispiel: Wegen Wassermangels entwickle sich die Ernte derzeit «qualitativ und quantitativ nicht so, wie sich der Produzent und der Konsument das wünschen würden». Sollte die Nachfrage die verfügbare Menge übersteigen, drohen Preissteigerungen für die Konsumentinnen und Konsumenten.

Wasserknappheit in den Bergen

Auch die Alpwirtschaft spürt die Trockenperiode: Tiere benötigen bei hohen Temperaturen mehr Wasser, gleichzeitig sinken die Schüttmengen von Quellen. Viele Betriebe sind deshalb gezwungen, Wasserversorgungen zu improvisieren, etwa durch Umleitungen von Brunnen. Roffler weist darauf hin, dass vergrösserte Wasserreservoirs helfen können, diese Infrastruktur aber teuer ist und daher eher ein mittel- bis langfristiges Thema bleibt.

  • Erste Heuernte: noch zufriedenstellend
  • Zweiter/dritter Schnitt: mit Einbussen zu rechnen
  • Acker- und Gemüsekulturen: leiden unter Wassermangel
  • Alpwirtschaft: erhöhter Wasserbedarf, weniger Quellschüttungen

Kurzfristige Entlastung möglich — aber nicht überall

Wetterprognosen sagen für die kommenden Tage Gewitter voraus. Diese könnten punktuell, etwa beim Mais, Entlastung bringen. Für grossflächige Aussenkulturen und Dauergrünland reicht jedoch oft nur längerer, gleichmässiger Niederschlag, damit sich Bestände erholen und die Futtersituation stabilisiert wird.

Tabelle: Betroffene Kulturen und erwartetete Effekte

KulturErwarteter Effekt
Heu (2. und 3. Schnitt)Ertragsminderung
KartoffelnQualitäts- und Mengenverluste, mögliche Preisauswirkung
Freiland- und AckerfrüchteWachstumsrückstand durch Wassermangel
AlpwirtschaftMehr Wasserbedarf, geringere Quellschüttung

Für Bewirtschafterinnen und Bewirtschafter bleibt die Lage angespannt. Kurzfristig können gezielte Niederschläge Entlastung bringen; langfristig sind Investitionen in Wasserlagerung und -management nötig, deren Kosten jedoch hoch sind. Für Konsumentinnen und Konsumenten bedeutet die Trockenheit potenziell knappere Angebote und höhere Preise bei bestimmten Produkten.

Andri Caduff
Andri KI Korrespondent/-in im Kanton Graubünden online

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