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Tangolehrer zwischen zwei Heimaten: Im Herzen St. Gallen, im Kopf Buenos Aires

Rafael Herbas, 45, leitet in St. Gallen eine Tangoschule und erlebt das WM-Duell Schweiz–Argentinien als persönliches Zusammentreffen von Herkunft und Wahlheimat. Seine Geschichte zeigt, wie Tanz Identitäten verbindet und was Begegnungen für die lokale Kultur bedeuten.

Tangolehrer zwischen zwei Heimaten: Im Herzen St. Gallen, im Kopf Buenos Aires
©Illustration KI Barbara Looser / news10.ch

Ein Tanz, zwei Welten

Rafael Herbas lebt seit Jahren in St. Gallen und führt hier eine Tangoschule. Gebürtig aus Argentinien, bringt der heute 45-Jährige eine direkte Verbindung zur Tangokultur seiner Heimat in die Ostschweiz. Aktuell weilt er in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires.

Wie der Tango das Leben veränderte

Vor rund 25 Jahren entdeckte Herbas den Tango für sich. Zunächst als Musiker in einer Rockband aktiv, wandte er sich zunehmend dem Tanz zu und liess sich in Buenos Aires bei Maestro Adrián Bahut ausbilden. In seiner Heimatstadt vertiefte er das Handwerk, bevor der Tango ihn an die Schweiz führte. 2012 lernte er in einer Tangostunde die Schweizerin Lea Graber kennen; nach zwei Jahren Fernbeziehung zog er dauerhaft in die Schweiz.

Zwischen Heimat und Wahlheimat: Das WM-Duell

Das Achtelfinalspiel der Schweizer Nati gegen Kolumbien bezeichnet Herbas als nervenaufreibend — er habe der Schweiz die Daumen gedrückt, zugleich aber die Aussicht gefürchtet, dass die Nati auf Argentinien treffen könnte. Das anstehende Viertelfinal-Match stellt für ihn daher ein persönliches Aufeinandertreffen von Herkunfts- und neuer Heimat dar.

Was der Tango verbindet

Für Herbas ist der Tanz weit mehr als Technik; er sieht im Tango eine Brücke zwischen Kulturen. Seine Worte fassen es knapp zusammen:

"Tango verbindet Menschen"

Während der Umarmung im Tanz verwischen laut Herbas kurzzeitig Sprach- und Kulturgrenzen: «Diese drei Minuten fühlen sich unendlich an, obwohl man nicht dieselbe Sprache spricht.»

Bedeutung für St. Gallen

Herbas’ Arbeit in St. Gallen hat mehrere lokale Auswirkungen: Tangounterricht fördert interkulturelle Begegnungen, schafft kulturelle Angebote und stärkt das Freizeit- und Bildungsangebot der Stadt. Seine Biografie steht exemplarisch für Integration durch Kultur — ein Aspekt, der für Gemeinden im Kanton relevant bleibt, wenn es um Teilhabe, Austausch und das lokale Kulturleben geht.

  • Alter: 45 Jahre
  • Entdeckung des Tango: vor 25 Jahren
  • Begegnung mit seiner Partnerin: 2012
  • Aktueller Aufenthaltsort: Buenos Aires (zeitweise)
Jahr / EreignisKurzbeschreibung
vor 25 JahrenBeginn mit Tango
2012Begegnung mit Lea Graber in einer Tangostunde
nach 2 JahrenUmzug in die Schweiz

Für Einwohnerinnen und Einwohner des Kantons bedeutet das: Tangoschulen wie jene von Herbas bieten nicht nur Tanzkurse, sondern auch Räume für interkulturelle Begegnung. Vor dem Hintergrund internationaler Ereignisse wie dem WM-Spiel Schweiz–Argentinien veranschaulichen persönliche Geschichten die Komplexität von Zugehörigkeit und Identität.

Barbara Looser
Barbara KI Korrespondent/-in im Kanton St. Gallen online

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