Hubschrauber löst Feuerwehr nicht ab
Bei Meuselwitz im Altenburger Land schwelt ein Brand im Untergrund weiter, obwohl die oberflächlichen Flammen gelöscht wurden. Die Eigentümerin des Geländes, die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV), berichtet, dass sich durch Kohlereste Brandnester im Erdreich entwickelt haben. Betroffen seien auf etwa acht Hektaren die obersten 50 Zentimeter des Bodens.
Am Wochenende ist ein Löschhubschrauber geplant, um auf einer abgesteckten Fläche von zwei Hektaren mit Wasser zu prüfen, ob diese Maßnahme das Feuer wirksam in die Tiefe eindämmt. Geplant sind Einsätze von jeweils rund acht Stunden täglich; das Fluggerät soll tagtäglich etwa 160'000 Liter Wasser aufbringen. Das Wasser wird demnach aus dem sogenannten Restloch Zipsendorf entnommen.
„Wir wollen versuchen, so schnell wie möglich diese Schicht zu löschen, dass sie eben nicht mehr glimmt und glüht und Rauch entwickelt“, sagte Elke Kreische-König, Bereichsleiterin Mitteldeutschland der LMBV.
Warum das Löschen so schwierig ist
Unterirdische Kohle- oder Restkohlenbrände sind hartnäckig: Oberflächliche Brandbekämpfung reicht oft nicht, weil Hitze und Sauerstoffzufuhr im Erdreich lokale Glutnester erhalten. Die LMBV erklärte, dass die Feuerwehr mit ihren Mitteln den Brand „kurz- und mittelfristig“ nicht löschen könne. Eine konkrete Prognose, wann das Feuer vollständig erloschen sein wird, gebe es derzeit nicht.
- Fläche mit Glutnesten: 8 Hektaren (oberste 50 cm)
- Testfläche für Hubschrauber: 2 Hektaren
- Einsatzvolumen pro Tag: 160'000 Liter Wasser
- Geplante Flugzeit: 8 Stunden täglich
- Wasserentnahme: Restloch Zipsendorf
Auswirkungen vor Ort
Während der Hubschraubereinsätze wird die Kreisstrasse K216 zwischen Mumsdorf und Falkenhain aus Sicherheitsgründen jeweils von Freitagabend bis Sonntagabend gesperrt. Der Boden auf der ehemaligen Bergbaufläche war am vergangenen Mittwoch an die Bergbaubehörde übergeben worden; zuvor waren am Freitag, dem 3. Juli, alle öffentlichen Einsatzkräfte zurückgezogen worden.
Die Massnahmen zielen nicht nur auf das vollständige Löschen der Brandherde ab, sondern auch auf die Verringerung der Rauch- und Qualmbelästigung für Anwohnende. Ob der Hubschrauber-Einsatz den gewünschten Erfolg bringt — also Wasser tief genug eindringen und Glutnester ersticken kann — soll durch die Testflüge geprüft werden.
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Betroffene Fläche | 8 Hektaren (oberste 50 cm) |
| Testfläche Hubschrauber | 2 Hektaren |
| Tägliches Wasservolumen | ~160'000 Liter |
| Tägliche Flugzeit | 8 Stunden |
Die Lage bleibt angespannt: Solange Glutnester im Boden verbleiben, können Rauchentwicklung und wieder aufflammende Brandherde erneute Belastungen verursachen. Die LMBV hat bereits klargemacht, dass kurzfristig keine sichere Einschätzung möglich ist, wie rasch die unterirdischen Brände endgültig unter Kontrolle zu bringen sind.