Staatliche Verwaltung als Instrument zur Sicherung grosser Schutzgebiete
Das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt Vietnams hat der Regierung und dem Premierminister einen Bericht zur Verwaltung von Nationalparks vorgelegt und vorgeschlagen, die Verantwortung weiterhin auf Ministerebene zu belassen. Konkret sollen die Nationalparks Cuc Phuong, Tam Dao, Bach Ma und Yok Don weiterhin vom Ministerium betreut werden. Nach der Übertragung des Ba-Vi-Parks an das Volkskomitee von Hanoi verbleiben damit derzeit fünf Nationalparks in direkter Obhut des Ressorts: Tam Dao, Cuc Phuong, Bach Ma, Yok Don und Cat Tien.
Die fünf Gebiete erstrecken sich über mehrere Provinzen und Städte und gehören zu den wichtigsten Biodiversitätszentren Vietnams. Nach Angaben des Ministeriums umfassen diese Nationalparks zusammen fast 270'000 Hektar – was rund 12 % der gesamten geschützten Waldfläche des Landes entspricht. In den Parks werden zudem nationale Programme zur Erhaltung der Natur, zur Reduktion von Treibhausgasemissionen, zu REDD+, zur Wiederherstellung von Ökosystemen sowie wissenschaftliche Forschungsprojekte umgesetzt.
„Die Beibehaltung eines zentralisierten und einheitlichen Managementmodells für Nationalparks ergibt sich nicht nur aus der Notwendigkeit, die Integrität des Ökosystems
Gründe für die Zentralisierung und bestehende Konfliktfelder
Das Ministerium betont, dass interprovinzielle Nationalparks häufig unter erheblichem Druck stehen. Genannte Treiber sind die Tourismusentwicklung, Infrastrukturprojekte, Ressourcennutzung und veränderte Landnutzung. Die Beibehaltung einer Verwaltung auf Ministerebene solle langfristige Naturschutzziele sichern, die Ökosystemintegrität wahren und ein ausgewogenes Verhältnis zwischen sozioökonomischer Entwicklung und Schutzinteressen herstellen.
- Zentrale Verwaltung: Ziel der Kontinuität in Schutzstrategien und Koordination über Provinzgrenzen hinweg.
- Bedeutung für Biodiversität: Parks als nationale Zentren für Rettung, Zucht und Wiederansiedlung von Wildtieren.
- Programme vor Ort: Umsetzen von REDD+, Emissionsminderung, Wiederherstellung und Forschung.
Beispiele und Ziele im Parkmanagement
Ein konkretes Ziel nennt der Bericht für den Nationalpark Cuc Phuong: Er soll bis 2050 zu einer natürlichen «Genbank» werden. Solche langfristigen Zielsetzungen deuten auf einen strategischen Ansatz hin, der Schutz, Forschung und mögliche Zuchtprogramme miteinander verknüpft. Gleichzeitig bleibt die Herausforderung bestehen, mit wirtschaftlichem Druck und touristischem Interesse umzugehen, ohne den ökologischen Kern der Schutzgebiete zu schwächen.
| Parameter | Angabe |
|---|---|
| Anzahl Nationalparks (direkt verwaltet) | 5 |
| Zusammenfläche | fast 270'000 ha |
| Prozentualer Anteil an Schutzwaldfläche | ~12 % |
Die Entscheidung, zentrale Verwaltungsstrukturen zu bewahren, ist eine politische Antwort auf die räumliche Komplexität interprovinzieller Schutzgebiete. Ob diese Massnahme ausreicht, um die wachsenden Nutzungsansprüche dauerhaft zu begrenzen, hängt von der konkreten Umsetzung, der Durchsetzungsfähigkeit lokaler Behörden und der Abstimmung mit Entwicklungsprojekten ab. Für die internationale Umweltpolitik bleibt Vietnams Vorgehen ein relevanter Fall, da es zeigt, wie Staaten versuchen, nationale Schutzinteressen mit wirtschaftlichen Entwicklungszielen zu vereinbaren.