Wallfahrt aus dem Glarnerland stärkte das Kloster als Begegnungsort
Am Sonntag, 28. Juni, versammelten sich zahlreiche Gläubige aus dem Glarnerland im Kloster Einsiedeln. Bei sommerlich heissen Temperaturen prägten Gottesdienst, Andachten und ein Kreuzweg im Freien den Tag. Der Anlass zeigte einmal mehr die Bedeutung des Klosters als regionaler Ort der Spiritualität und des Austauschs.
Der Vormittag stand im Zeichen des feierlichen Gottesdienstes in der Klosterkirche. Die vereinigten Glarner Kirchenchöre, unter der Leitung von Hermann Mathis, trugen die sogenannte Tambling-Messe vor und verliehen der Feier musikalischen Glanz. In der Predigt wurde die Glarner Pastete als Bild für das Leben und den Glauben genutzt: Die Kombination von süsser Mandelfüllung und säuerlichem Zwetschgenmus stand sinnbildlich für Freude und Leid.
„Wie sieht es in 500 Jahren aus?“
Diese Frage stellte Abt Urban Federer bei der abschliessenden Audienz und zog damit eine direkte Verbindung zwischen der bewegten Vergangenheit des Klosters und seiner Zukunft. Er erinnerte daran, dass das Benediktinerkloster vor rund 500 Jahren kurz vor dem Aus stand und erst durch eine Initiative des Standes Schwyz sowie die Versetzung von Mönchen aus dem ehemaligen Kloster St. Gallen ein neuer Aufbruch gelang.
Die Anwesenheit kantonaler Persönlichkeiten unterstrich die Bedeutung des Anlasses über kirchliche Kreise hinaus: So waren Landammann Markus Heer, Regierungsrat Thomas Tschudi sowie Ratsschreiber Arpad Baranyi anwesend. Ebenfalls präsent war der Vorsitzende des Kantonalen Kirchenrats, Magnus Oeschger. Ihre Teilnahme signalisiert die Verknüpfung von Kirche und staatlichem Leben im Kanton.
Programm und Angebote für die Teilnehmenden
- Feierlicher Gottesdienst in der Klosterkirche (Tambling-Messe)
- Auftakt mit kirchlichem Gesang durch vereinigte Chöre
- Kreuzweg im Freien bei gutem Wetter
- Andachten in der Stille der Klosterkirche
- Audienz bei Abt Urban Federer mit historischem Ausblick
Der Tag schloss mit der gemeinsamen Vesper und dem feierlichen Segen für das Glarnerland. Für viele Teilnehmende bildeten Kreuzweg und Andacht Möglichkeiten, den eigenen Glauben zu vertiefen oder im Gespräch mit anderen zu teilen.
| Datum | Teilnehmende (Angabe Quelle) | Höhepunkte |
|---|---|---|
| 28. Juni | zahlreiche Gläubige | Gottesdienst, Kreuzweg, Audienz bei Abt |
Für Einsiedeln bedeutet ein solcher Anlass eine Bestätigung seiner Rolle als regionales Zentrum der religiösen Praxis und Erinnerungskultur. Die historische Einordnung durch den Abt und die Präsenz kantonaler Repräsentanten weisen zugleich auf die Herausforderung hin, das Kloster für kommende Generationen offen zu halten und ihnen Raum zu geben, wie Abt Federer anregte.
Konkrete Auswirkungen für die Bevölkerung ergeben sich vor allem im Bereich des kulturellen Lebens und der touristischen Ausstrahlung: Wallfahrten stärken das lokale Gemeindeleben, bringen Besuchende in die Region und beleben die Infrastruktur rund um das Kloster. Gleichzeitig rücken Fragen zur Zukunft des Klosters — etwa Nachwuchs und Angebotsgestaltung — in den Blickpunkt, ohne dass der Anlass selbst konkrete Entscheide dazu brachte.
Der Tag zeigte, dass religiöse Feste in Einsiedeln weiterhin breite Teile der Bevölkerung und kantonale Institutionen zusammenführen. Sie erinnern an historische Brüche und an die Notwendigkeit, Geschichte aktiv weiterzuschreiben.