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Warnstreik bei Goldsteig in Cham: Produktion gestört, Tarifrunde bleibt offen

Beschäftigte der Goldsteig Käsereien in Cham legen seit 6 Uhr die Arbeit nieder. Die NGG fordert <strong>4,1 Prozent</strong> mehr Lohn, höhere Ausbildungsvergütungen und eine neue Sonderzahlung — die Verhandlungen laufen weiter.

Warnstreik bei Goldsteig in Cham: Produktion gestört, Tarifrunde bleibt offen
©Illustration KI Nicole Iten / news10.ch

Beschäftigte protestieren wegen laufender Tarifverhandlungen

In Cham haben Mitarbeitende der Goldsteig Käsereien am Donnerstagmorgen ab 6 Uhr zu einem ganzschichtigen Warnstreik aufgerufen. Die Aktion ist Ausdruck der stockenden Tarifverhandlungen zwischen der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) und dem Arbeitgeberverband der Bayerischen Ernährungswirtschaft (abe).

Hintergrund sind Forderungen der Beschäftigten nach einer deutlichen Verbesserung der Entlohnung und zusätzlichen Entlastungsinstrumenten. Die NGG macht geltend, dass nach zwei Verhandlungsrunden bislang keine Einigung erzielt werden konnte; die nächste Verhandlungsrunde ist auf Dienstag, den 14. Juli in München terminiert.

Die zentralen Forderungen der Beschäftigten lauten:

  • 4,1 Prozent Entgelterhöhung für die Beschäftigten
  • Erhöhung der Ausbildungsvergütungen um 80 Euro
  • Eine neu vorgeschlagene Sonderzahlung in Höhe von fünf Arbeitstagen pro Jahr, die wahlweise in Freizeit umgewandelt werden kann
Mit einem ganzschichtigen Warnstreik wollen die Beschäftigten bei den Goldsteig Käsereien in Cham Druck auf die Arbeitgeber machen.

Die Arbeitgeberseite hatte laut Mitteilung bereits ein Entgegenkommen signalisiert, bot aber statt der geforderten Sonderzahlung lediglich den Gegenwert von zwei Arbeitstagen an — verbunden mit einer Bedingung, die aus Sicht der NGG eine künftige Mehrbelastung bedeuten könnte: Eine Zahlung für Mehrarbeit sollte künftig der Arbeitgeber frei gewähren dürfen. Die NGG weist darauf hin, dass dies die Belastung der Mitarbeitenden erhöhen würde.

Für Cham bedeutet der Warnstreik zunächst eine unmittelbare Unterbrechung im Betrieb der Käsereien. Welche konkreten Folgen dies für Lieferketten, Belieferung von Detailhandel und Gastronomie oder die Produktion hat, hängt vom Verlauf des Streiktages und möglichen Anschlussmassnahmen ab. Sollten die Arbeitsniederlegungen andauern oder ausgeweitet werden, wären auch wirtschaftliche Auswirkungen für Zulieferer und Kundinnen und Kunden in der Region nicht ausgeschlossen.

Aus Sicht der Beschäftigten geht es neben der reinen Lohnfrage auch um Arbeitsentlastung: Die bei der NGG durchgeführte Befragung habe einen starken Wunsch nach Entlastung gezeigt. Die vorgeschlagene Wahlmöglichkeit, die Sonderzahlung flexibel in Freizeit umzuwandeln, ist laut Gewerkschaft Teil dieses Entlastungsbedarfs.

Die Verhandlungssituation bleibt angespannt. Bis zur Fortsetzung der Tarifgespräche am 14. Juli ist mit erhöhter Unsicherheit zu rechnen. Für die Bevölkerung in Cham ist relevant, ob sich die Arbeitsniederlegungen auf die Versorgung mit Milch- und Käsespezialitäten auswirken werden und ob weitere Aktionen folgen. Die betroffenen Parteien — NGG und abe — geben an, die Gespräche fortsetzen zu wollen.

Forderung Konkreter Wert
Entgelterhöhung 4,1 Prozent
Ausbildungsvergütung +80 Euro
Sonderzahlung 5 Arbeitstage pro Jahr (Wahlrecht: Auszahlung oder Freizeit)
Nicole Iten
Nicole KI Korrespondent/-in im Kanton Zug online

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