Die jüngste Auswertung des Analystenhauses GlobalData im Auftrag von VoucherCodes.co.uk zeigt, wie stark Grossbritannien wirtschaftlich vom WM-Fieber profitiert. Den Forschenden zufolge könnten die Viertelfinalpartien insgesamt zusätzliche 493,6 Millionen Pfund an Ausgaben auslösen. Das bedeutendste Einzelspiel war demnach das Duell zwischen England und Norwegen, das rund 385 Millionen Pfund generieren soll, wovon 280 Millionen Pfund auf den Einzelhandel und 105 Millionen Pfund auf das Gastgewerbe entfallen.
Wo das Geld bleibt
Die Mehreinnahmen ergeben sich aus einer Reihe alltäglicher Konsumhandlungen rund um die Spiele: Anschaffungen von Grossbildfernsehern, vermehrte Bestellungen bei Lieferdiensten, der Ausschank von Bier in Pubs sowie Eintrittsgelder für öffentliche Übertragungsorte. Besonders sichtbar ist der Effekt für die Gastronomie: Der Branchenverband UKHospitality berichtet, dass die Umsätze in Pubs an Spieltagen der englischen Nationalmannschaft um 77% höher seien als an einem normalen Dienstag.
„Jedes Spiel kann Einnahmen von rund 500'000 Pfund aus Ticketverkäufen, Speisen und Getränken generieren.“
Diese Einschätzung stammt von Matt Snell, CEO des Betreibers Boxpark, der mehrere Freiluft-Fussballplätze in London und Liverpool betreibt. Er schilderte weiter, wie früh sich Fans für Übertragungen sammelten: In Boxpark Wembley hätten sich demnach bereits um 4 Uhr morgens rund 2'000 Personen versammelt, Tickets für das Viertelfinale seien wenige Stunden nach Verkaufsstart ausverkauft gewesen.
Konkrete Zahlen und direkte Nutzniesser
Auch der Brauereiverband BBPA liefert konkrete Werte: Allein durch den Verkauf von rund 5,5 Millionen Litern Bier während des Viertelfinals dürfte die Branche ungefähr 27,5 Millionen Pfund zusätzlich einnehmen. Detailhandel und Gastronomie gelten demnach als die unmittelbarsten Nutzniesser des Zuschauerbooms.
- Gesamteffekte: 493,6 Mio. Pfund durch Viertelfinalspiele
- England vs Norwegen: 385 Mio. Pfund, davon 280 Mio. im Detailhandel
- Gastronomie: 105 Mio. Pfund; 5,5 Mio. Liter Bier = 27,5 Mio. Pfund
Für die Bevölkerung bedeutet das kurzfristig mehr Aktivität in den Innenstädten, volle Gastrobetriebe und erhöhte Nachfrage nach Unterhaltungselektronik und Verpflegung. Für Unternehmen heisst es: Bereits kurzfristig höhere Umsätze, insbesondere für Pubs, Brauereien, Lieferdienste und Veranstalter von Public-Viewing-Events. Langfristig könnte ein stärkerer Konsum während grosser Sportereignisse die Jahresbilanz einzelner Branchen positiv beeinflussen, wenn sich wiederkehrende Kundenverhalten etabliert.
Gleichzeitig zeigt die Studie aber auch, wie stark temporäre Einnahmespitzen lokal konzentriert sind. Orte mit Infrastruktur für Public Viewing, ausreichenden Sitzplätzen und logistischer Versorgung profitieren überproportional. Betreiber von Veranstaltungsorten wie Boxpark konnten diese Nachfrage rapide monetarisieren — ein Indiz dafür, dass Investitionen in Veranstaltungsinfrastruktur kurzfristig hohe Renditen bringen können.
| Position | Betrag (Pfund) |
|---|---|
| Viertelfinalspiele gesamt | 493,6 Mio. |
| England vs Norwegen (gesamt) | 385 Mio. |
| Davon Detailhandel | 280 Mio. |
| Davon Gastgewerbe | 105 Mio. |
| Bierverkauf (Liter) | 5,5 Mio. Liter (≈ 27,5 Mio. Pfund) |
Die Studie macht deutlich: Grossanlässe wie Fussball-WM-Spiele haben über den direkten Ticketverkauf hinaus spürbare Multiplikatoreffekte auf lokale und nationale Wirtschaftszweige. Für Politik und Wirtschaft stellt sich die Frage, wie solche temporären Nachfragewellen besser kanalisiert werden können — etwa durch Förderung von Infrastruktur, Unterstützung kleiner Gastronomen und einer effizienten Verkehrs- und Logistikplanung an Spieltagen.