Vorstoss für Kaufprüfung
Vertreterinnen und Vertreter der bürgerlichen Parteien im Kanton Zug haben in einem Vorstoss gefordert, dass der Kanton prüfen soll, «ob eine Beteiligung an Produktionskapazitäten, insbesondere am Kernkraftwerk Gösgen, geeignet wäre, einen Beitrag zur langfristigen Versorgungssicherheit zu leisten». Im Zentrum steht dabei der Anteil, den die Stadt Zürich nach einer Volksentscheidslage abgeben muss.
Die Forderung folgt auf die schwierige Verkaufsituation: Die Stadt Zürich soll ihre Grossbeteiligung am AKW Gösgen veräussern, findet bisher aber kaum ernsthafte Käufer. Zuger Politiker sehen darin eine Chance für den Kanton, seine Energieplanung und finanzielle Lage zu stärken.
Erwartete finanzielle Effekte
Im Vorstoss wird ausdrücklich verlangt, die finanziellen und rechtlichen Auswirkungen eines Erwerbs zu prüfen. Als mögliche Folge rechnen die Urheberinnen und Urheber mit jährlichen Gewinnen in der Grössenordnung von 18 Millionen Franken, sollte Zug den Zürcher Anteil kaufen. Hochgerechnet bedeute das pro Einwohnerin oder Einwohner des Kantons rund 140 Franken jährlich, wie FDP-Kantonsrat Flurin Grond anführt.
| Posten | Angabe |
|---|---|
| Prognostizierter Jahresertrag | 18 Millionen Franken |
| Entspricht pro Kopf | ~140 Franken/Jahr |
| Frühere Betriebsunterbrechung Gösgen | 2025: fast zehn Monate wegen Nachrüstungen |
Mögliche Vorteile und offene Fragen
Die Argumente der Initianten fokussieren auf:
- Versorgungssicherheit: Stärkere lokale Einflussnahme auf Produktionskapazitäten.
- Planbarkeit: Bessere langfristige Steuerung der Energieversorgung.
- Finanzielle Erträge: Zusätzliche Einnahmen für den kantonalen Haushalt.
Gleichzeitig verlangt der Vorstoss eine präzise Abklärung rechtlicher Rahmenbedingungen und Risiken. Dazu gehören Eigentumsfragen, Haftungsfolgen sowie die Frage, wie ein solcher Erwerb mit kantonalen Investitionsregeln und dem öffentlichen Interesse zu vereinbaren wäre. Der Vorstoss nennt ferner ausdrücklich, dass der Kanton über die nötigen finanziellen Ressourcen verfüge.
«ob eine Beteiligung an Produktionskapazitäten, insbesondere am Kernkraftwerk Gösgen, geeignet wäre, einen Beitrag zur langfristigen Versorgungssicherheit zu leisten»
Kontext: Gösgen und die jüngere Vergangenheit
Das Kernkraftwerk Gösgen war 2025 nahezu zehn Monate stillgelegt, weil Nachrüstungen durchgeführt wurden. Solche Unterbrüche zeigen einerseits die Anfälligkeit der Kraftwerksverfügbarkeit, andererseits machen sie die Frage nach diversifizierten und planbaren Versorgungsquellen dringlicher.
Ausblick für Zuger Bevölkerung
Kommt der Kanton der Prüfungsaufforderung nach, bedeutet das: Es stehen detaillierte Machbarkeitsanalysen, rechtliche Abklärungen und eine politische Debatte an. Für die Bevölkerung sind besonders drei Punkte relevant: mögliche Erträge für den Kantonshaushalt, Auswirkungen auf die regionale Versorgungssicherheit und die Haftungs- bzw. Finanzierungsfolgen eines Kaufs. Ob und in welcher Form ein Engagement zustande kommt, entscheidet sich erst nach Abschluss dieser Prüfungen.