Die von vielen Reiseführern gewohnte Suche nach neuen Traumzielen bleibt 2026 aus: Die Redaktion von Fodor’s hat mit der No List 2026 bewusst Orte zusammengestellt, die aktuell unter den Folgen des Massentourismus leiden. Nicht als Aufruf zum Boykott, sondern als Mahnung verstanden, sollen stark frequentierte Regionen eine Verschnaufpause erhalten und Reisende zu rücksichtsvollerem Verhalten ermutigt werden.
Wo es aktuell besonders eng wird
Die Liste nennt diverse Orte, die exemplarisch für unterschiedliche Probleme stehen. Auf den Kanaren, etwa Gran Canaria, sorgt der touristische Erfolg zwar für wirtschaftliche Impulse, gleichzeitig führen Millionen von Gästen zu spürbaren Nebeneffekten: steigende Wohnkosten, Wasserknappheit und erhöhte Umweltbelastungen. Als Folge mehren sich Proteste der lokalen Bevölkerung gegen den unregulierten Tourismus und die Forderung nach nachhaltigeren Modellen.
In Italien rückt die Küste bei Rom mit Isola Sacra in den Fokus: Pläne für einen neuen Kreuzfahrthafen lösen Befürchtungen aus, gigantische Schiffe könnten empfindliche Küstenlandschaften gefährden und die Lebensqualität der Anwohner beeinträchtigen. Der Konflikt steht stellvertretend für die schwierige Abwägung zwischen wirtschaftlichen Interessen und Naturschutz.
Auch innerhalb der Schweiz ist das Thema präsent: Die Jungfrau-Region – mit Orten wie Grindelwald, Lauterbrunnen und dem Jungfraujoch – verzeichnet seit Jahren Rekordbesucherzahlen. Zwar bringt der Tourismus wirtschaftlichen Nutzen, doch gleichzeitig steigen die Belastungen für Infrastruktur, Natur und Anwohnende. Die Frage lautet: Wie viel Zugänglichkeit verträgt eine spektakuläre Alpenlandschaft, ohne dass ihre Substanz leidet?
- Gran Canaria / Kanaren: Wasserknappheit, steigende Wohnkosten, Umweltprobleme
- Isola Sacra (bei Rom): Geplante Kreuzfahrthafen-Entwicklung, Gefährdung der Küste
- Jungfrau-Region: Rekordbesucher, Belastungen für Infrastruktur und Natur
Die No List will nicht Verbote predigen, sondern das Bewusstsein schärfen: Reisende sollen überlegen, ob und wann sie Ziele besuchen und welche Optionen es für entschleunigte, nachhaltige Formen des Reisens gibt. Für die betroffenen Regionen gilt es, Konzepte zu entwickeln, die wirtschaftliche Interessen und Umweltverträglichkeit besser ausbalancieren.
| Reiseziel | Hauptproblem |
|---|---|
| Kanaren (z. B. Gran Canaria) | Wasserknappheit, Wohnkosten, Umweltbelastung |
| Isola Sacra (bei Rom) | Unregulierter Kreuzfahrttourismus, Küstengefährdung |
| Jungfrau-Region (Grindelwald, Lauterbrunnen, Jungfraujoch) | Rekordbesucher, Infrastruktur- und Naturschutzprobleme |
Praktisch bedeutet das für Ferienplanerinnen und -planer: Wer flexibel ist, kann erwägen, stark frequentierte Ziele ausserhalb der Saison oder ganz bewusst weniger besuchte Alternativen zu wählen. Wer doch dorthin reist, tut gut daran, lokale Regeln zu respektieren, Ressourcen sparsam zu nutzen und Angebote zu bevorzugen, die Rücksicht auf Bevölkerung und Landschaft nehmen. Solche Entscheidungen helfen, die Attraktivität der Destinationen langfristig zu erhalten.