Die erstmals umfassend digital durchgeführte Wirtschaftszählung 2026 hat nach Angaben der zuständigen Leitung ihre Ziele erreicht und bildet nun die Grundlage für künftige wirtschafts‑ und beschäftigungspolitische Entscheide. Die Vorläufigen Resultate zeigen ein Land mit nahezu 6,3 Millionen aktiven Wirtschafts-, Verwaltungs- und öffentlichen Dienstleistungseinheiten sowie über 30,37 Millionen Beschäftigten.
Wesentliche Befunde und ihre Bedeutung
Die Erhebung liefert Aussagen zur Struktur der Wirtschaftssektoren, zur Lage auf dem Arbeitsmarkt sowie zu Produktions‑ und Geschäftsergebnissen. Besonders auffällig ist der Zuwachs bei formal registrierten Unternehmen: Insgesamt wurden 859'048 Unternehmen erfasst, was einem Anstieg von 25,5 % gegenüber 2021 entspricht. Am stärksten gewachsen ist der Bereich der ausländischen Direktinvestitionen: Die Zahl der ausländisch investierten Unternehmen stieg um 33,9 % und weist damit den höchsten Zuwachs aller Sektoren auf.
- Fast 5,3 Millionen Betriebe gehören dem individuellen Wirtschaftssektor an und stellen weiterhin den grössten Anteil.
- Die Beschäftigtenzahl in diesem individuellen Segment ist jedoch um 1,1 % gesunken, was auf eine Verlagerung in formale Beschäftigungsverhältnisse hindeutet.
- Im Verwaltungs‑ und öffentlichen Dienstleistungssektor nahm die Zahl der Einheiten um 16,4 % ab, was mit Umstrukturierungs‑ und Verschlankungsmassnahmen erklärt wird.
Digitalisierung der Erhebung beschleunigt Ergebnisse
Eine Neuerung dieser Zählung ist der intensive Einsatz digitaler Technologien: Künstliche Intelligenz wurde erstmals zur Unterstützung bei der Identifizierung von Wirtschaftssektorcodes eingesetzt, digitale Karten erlaubten die Echtzeitverfolgung des Erhebungsfortschritts, und Daten wurden mit Steuer‑ sowie Handelsregistern verknüpft. Dank dieser technischen Hilfsmittel konnten vorläufige Ergebnisse sieben Monate früher als ursprünglich vorgesehen veröffentlicht werden.
| Indikator | Vorläufiges Ergebnis |
|---|---|
| Aktive Wirtschafts‑/Verwaltungs‑/Dienstleistungseinheiten | ~6,3 Mio. |
| Beschäftigte | 30,37 Mio. |
| Unternehmen (registriert) | 859'048 (+25,5 % ggü. 2021) |
| Ausländisch investierte Unternehmen | +33,9 % |
Folgen für Bevölkerung und Gewerbe
Für die Wirtschaftspolitik bedeuten die Befunde eine präzisere Grundlage zur Gestaltung von Fördermassnahmen, Arbeitsmarktprogrammen und Regulationen. Der Anstieg registrierter Unternehmen und insbesondere ausländischer Investoren spricht für verstärkte Formalisierung und gesteigertes Interesse am Standort, was Beschäftigungs‑ und Steuerpotenzial beeinflussen kann. Gleichzeitig zeigt der Rückgang der Beschäftigten im individuellen Sektor strukturelle Veränderungen: Kleinere, informelle Betriebe geben Mitarbeiter an formellere Unternehmen ab, was soziale Absicherung und Lohnstruktur verändern kann.
Für die Betriebe selbst liefert die schnellere Datenauswertung ein zeitnäheres Abbild der Marktlage – relevant für Brancheanalysen, Investitionsentscheide und Kreditbewertungen. Die Verknüpfung mit Steuer‑ und Handelsregistern verbessert zudem die Datenqualität, erhöht aber auch Anforderungen an Datenschutz und Datenverwaltung.
Die vorgelegten Resultate sind vorläufig; die digitale Vorgehensweise dürfte in Zukunft weitere Vorteile bringen, sofern Transparenz, Datensicherheit und methodische Konsistenz gewährleistet bleiben.