Unfallhergang und Schäden
Am 6. Juni 2024 um 22:30 Uhr ereignete sich im Rangierbahnhof Olten eine Entgleisung einer Rangierbewegung. Betroffen war ein vierteiliger Pendelzug vom Typ Domino der SBB, der vom Personenbahnhof Olten zum Abstellgleis G565 unterwegs war. Beim Befahren der doppelten Kreuzungsweiche W564a/b sprang der Zug aus den Gleisen. Personen wurden nicht verletzt.
Der Vorfall führte zu sichtbaren Schäden: Der führende Steuerwagen wurde seitlich stark beschädigt, ein Fahrleitungsmast geriet in Schräglage und die Fahrbahn wies leichte Beschädigungen auf.
Ursachenanalyse laut SUST
Die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle (SUST) stellte fest, dass der Fahrdienstleiter während der Rangierfahrt bemerkte, dass der aktuelle Fahrweg nicht zum verlangten Gleis G565, sondern zum Gleis G566 führte. Beim Versuch, die falsch stehende Weiche W543 zu korrigieren, wurde irrtümlich die Weiche W564a umgestellt. Da diese Weiche beim Befahren nicht in Endlage war, kam es zur Entgleisung.
Die betroffenen Weichen der Gleisgruppe G waren im Jahr 2023 von mechanischen Handweichen auf elektrisch ortsbediente Weichen umgebaut worden. Diese werden über Tastenkästen bedient. Wie schon bei den früheren Handweichen gibt es auch in diesem System keine technische Überwachung, die ein Umstellen während der Durchfahrt eines Fahrzeugs verhindet.
Entscheid der SUST und Bedeutung für Olten
Die SUST eröffnete am Unfalltag eine Untersuchung, stellte diese jedoch später ein. Begründet wurde dieser Schritt damit, dass das betroffene Weichensystem in der Schweiz nur an wenigen Orten eingesetzt wird; der erwartete präventive Nutzen einer vertieften Untersuchung erscheine deshalb gering. Für Olten bedeutet das, dass zwar der konkrete Vorfall dokumentiert ist, eine weitergehende SUST‑Analyse aber nicht folgen wird.
- Datum und Zeit: 6. Juni 2024, 22:30 Uhr
- Betroffener Zug: vierteiliger SBB‑Pendelzug Typ Domino
- Gleis/Weichen: Kreuzungsweiche W564a/b; Zielgleis G565, Zug fuhr nach G566
- Personenschaden: keine
- Materieller Schaden: beschädigter Steuerwagen, schräger Fahrleitungsmast, beschädigte Fahrbahn
Konkrete Folgen und offene Fragen
Für Pendlerinnen und Pendler in Olten hat der Vorfall kurzfristig keine bleibenden Auswirkungen auf den Fahrplan gebracht, da keine Personen verletzt wurden und die Entgleisung nicht im Fahrgastbetrieb, sondern bei einer Rangierbewegung stattfand. Für die Instandsetzung des abstellseitigen Bereichs und die beschädigte Fahrleitung waren jedoch Sicherungs‑ und Reparaturmassnahmen nötig.
Kritisch bleibt die Frage, wie künftig der sichere Betrieb von ortsbedienten Weichen gewährleistet werden kann, gerade wenn technische Überwachungen fehlen. Der SUST‑Entscheid, die Untersuchung nicht weiter zu führen, entbindet die regionalen Betreiber nicht von der Verantwortung, Sicherheitsrisiken in den Rangierbereichen zu prüfen und gegebenenfalls betriebliche oder technische Anpassungen zu erwägen.
| Aspekt | Fakt |
|---|---|
| Ort | Rangierbahnhof Olten |
| Zeitpunkt | 6. Juni 2024, 22:30 Uhr |
| Zugtyp | Vierteiliger Domino‑Pendelzug (SBB) |
| Untersuchung | SUST eröffnet und anschliessend eingestellt |
Für die Bevölkerung ist wichtig, dass betriebliche Abläufe im Rangierbereich und der Umgang mit ortsbedienten Weichen weiterhin transparent bleiben. Die SUST‑Einschätzung reduziert die Wahrscheinlichkeit einer nationalen Untersuchung, lässt aber lokale Verantwortliche in Pflicht, mögliche Risiken zu überprüfen.