In mehreren grenznahen Freibädern Baden-Württembergs haben die Verantwortlichen in den vergangenen Wochen die Regeln am Einlass verschärft. Die Städte Kehl und Müllheim reagierten auf wiederholte Störungen, bei denen nach Angaben der Behörden häufiger junge Männer aus dem benachbarten Elsass beteiligt gewesen seien.
Was geändert wurde
In Kehl führte eine Räumung des Freibads Auenheim Ende Juni zu konkreten Maßnahmen: Die zulässige Besucherzahl wurde von ursprünglich 1'600 auf 1'400 reduziert. Zudem müssen Tageskarten-Käufer nun ihre Personalien angeben und einen gültigen Lichtbildausweis mitführen. Verstösse gegen die Regeln können mit einem Badeverbot bis zum Saisonende geahndet werden.
| Ort | Massnahme |
|---|---|
| Kehl | Kapazitätsreduktion; Ausweispflicht beim Ticketkauf; mögliche Badeverbote |
| Müllheim | Ausweispflicht beim Ticketkauf; Taschenkontrollen am Einlass |
Gründe und Wirkung
Die Polizei musste in Müllheim in der laufenden Saison bereits zwölfmal ins Freibad ausrücken. Die Einsätze betrafen überwiegend Ordnungsstörungen, aber auch Fälle von Körperverletzung, Belästigung und Diebstahl. Nach Angaben des Polizeisprechers des Präsidiums Freiburg waren bei einem Grossteil der Zwischenfälle Badegäste aus Frankreich beteiligt. Die eingeführten Kontrollen haben die Lage nach Darstellung der Stadtverwaltung zwar beruhigt, doch bleiben die Behörden wachsam.
Erwartungen und Botschaften
- Die Stadtverwaltungen betonen, dass die grosse Mehrheit der grenzüberschreitenden Gäste die Regeln einhalte und weiterhin willkommen sei.
- Die neuen Vorgaben zielen darauf ab, Sicherheit und Ordnung im Badbetrieb wiederherzustellen, ohne den grenzüberschreitenden Austausch grundsätzlich zu behindern.
- Die Sanktionen bei Regelverstössen reichen bis zu Saison-begleitenden Badeverboten; sie sollen abschrecken und wiederholte Störungen verhindern.
Die Massnahmen zeigen, wie Kommunen auf lokale Sicherheitsprobleme reagieren, wenn grenzüberschreitende Besucherströme in bestimmten Situationen zu Belastungen für Personal und andere Gäste führen. Ob die Kontrollen dauerhaft beibehalten oder nach weiterer Beobachtung angepasst werden, dürfte von der weiteren Entwicklung der Vorfälle abhängen.