Arcadis‑Index bestätigt: Genf an erster Stelle
Genf steht nach dem International Construction Cost Index 2026 des Beratungsunternehmens Arcadis weiterhin an der Weltspitze der Baukosten. Die Stadt liegt dem Bericht zufolge vor London und Zürich; München und Kopenhagen folgen auf den nächsten Plätzen. Der jährlich erstellte Index vergleicht die Baukosten in 100 Grossstädten und spiegelt damit die relative Belastung für Investoren, Bauträger und die öffentliche Hand wider.
Der Bericht beschreibt, dass sich die weltweit teuersten Baumärkte auf etablierte, komplexe Städte mit hoher Nachfrage und beschränkten Umsetzungs‑Kapazitäten konzentrieren. Für den Kanton Genf hat dies konkrete Folgen: Höhere Preise wirken sich auf Wohnungsbauprojekte, öffentliche Infrastruktur sowie auf Neubauten im Gesundheits‑ und Bildungsbereich aus.
Wesentliche Treiber und Folgen
Arcadis nennt mehrere Faktoren, die die Situation prägen: steigende Finanzierungskosten, Volatilität auf Energiemärkten, Unsicherheiten bei Zöllen und Engpässe in Lieferketten. Diese Elemente erhöhen das Risiko, dass Projekte teurer und zeitaufwändiger werden. Für Auftraggeber rückt deshalb die frühzeitige Kostenplanung in den Vordergrund.
- Frühzeitige Kostenanalysen sind nötig, um Budgetrisiken zu begrenzen;
- Szenarioplanung hilft, auf schwankende Preise bei Baustoffen und Energie zu reagieren;
- Disziplinierte Programmabwicklung und gezielte Beschaffungsstrategien verbessern Umsetzungs‑Sicherheit.
Für Gemeinden und kantonale Planer bedeutet das konkret: Projekte müssen häufiger auf Risiken geprüft und gegebenenfalls gestaffelt oder angepasst werden. Bauherrinnen und Bauherren – ob öffentlich oder privat – sollten von Beginn an alternative Beschaffungsmodelle und realistische Zeitpläne prüfen, um Nachtragsforderungen und Verzögerungen zu vermeiden.
Welche Projekte profitieren von gezielter Kapitalallokation?
Arcadis beobachtet, dass Kapital bevorzugt in komplexe, leistungsstarke Gebäudetypen fliesst, die langfristiges Wachstum stützen. Dazu zählen:
| Gebäudetyp | Begründung |
|---|---|
| Moderne Arbeitswelten | Flexibilität und digitale Infrastruktur sind gefragt |
| Gesundheitseinrichtungen | Langfristige Nachfrage und hohe technische Anforderungen |
| Labore und Rechenzentren | Technische Ausstattung und Energiebedarf treiben Investitionen |
Für die Bevölkerung im Kanton Genf heisst das: Während strategisch wichtige Infrastruktur Priorität erhält, könnten einfache Wohnbauvorhaben oder kleinere Renovationen wegen knapper Ressourcen und höheren Preisen unter Druck geraten.
Die Rangliste sollte für kommunale und kantonale Entscheidungsträger Anlass sein, Beschaffungsprozesse zu prüfen, Reserven für Preisrisiken einzuplanen und bei öffentlichen Ausschreibungen verstärkt auf Planungssicherheit und Lieferkettenresilienz zu achten.