Richtpreise beschlossen
Der jährliche Preisentscheid für Heu und Stroh fiel an der Generalversammlung des Landwirtschaftsvereins im Beizli «Rossstall uf Alpe» dieses Jahr klar aus: Die Richtpreise für Heu bleiben überwiegend auf dem Niveau des Vorjahres, während Stroh teurer wird. Die Preisanpassungen dienen als Orientierungshilfe für den regionalen Handel zwischen Produzenten und Abnehmern.
Warum Stroh teurer wird
Diskutiert wurden vor allem die Produktionsbedingungen: Die langanhaltende Hitzeperiode hat vielerorts zu geringeren Erträgen geführt, gleichzeitig steigen die Kosten für Dünger und Treibstoffe. Diese Faktoren zusammen erklärten die längere Debatte über die Strohpreise und die anschliessende Entscheidung, den Richtwert um 1 Franken anzuheben.
Praktische Auswirkungen für Betriebe
Für Landwirte und Bauernbetriebe bedeuten die neuen Richtpreise konkrete Umsetzungsfragen: Kalkulation der Futterkosten, Vertragsanpassungen mit Abnehmern und mögliche Auswirkungen auf Stall- und Lagerhaltung. Besonders betroffen sind Betriebe, die auf Fremdfutter angewiesen sind oder grössere Mengen an Einstreu benötigen.
- Heu: Stabilität trotz knapperer Mengen, Qualität wird als gut beurteilt.
- Stroh: Preissteigerung wegen knapperem Angebot und höheren Produktionskosten.
- Öko-Heu: Preis unangepasst, bleibt Verhandlungssache zwischen Anbieter und Käufer.
Die verabschiedeten Richtpreise für 2026
| Produkt | Preis (Fr.) |
|---|---|
| Heu ab Schwad | 4.– bis 6.– |
| Heu gepresst ab Feldrand, Grossballen | 11.– bis 13.– |
| Heu gepresst ab Feldrand, Kleinballen | 14.– bis 17.– |
| Belüftetes Heu gepresst ab Stock, Grossballen | 25.– bis 27.– |
| Belüftetes Heu gepresst ab Stock, Kleinballen | 28.– bis 30.– |
| Ökoheu | Verhandlungssache |
| Stroh lose ab Schwad | 5.– |
| Stroh gepresst ab Feldrand, Grossballen | 12.– |
| Stroh gepresst ab Feldrand, Kleinballen | 15.– |
Handlungsempfehlungen und Ausblick
Betriebe sollten die neuen Richtpreise in ihre Jahresplanungen einbeziehen, insbesondere beim Einkauf von Einstreu und Futter. Für Produzenten empfiehlt es sich, Verkaufspreise und Lieferbedingungen mit Abnehmern frühzeitig zu verhandeln. Die Versammlung betonte, dass die Richtwerte als Orientierung gedacht sind; individuelle Vereinbarungen bleiben möglich.
Ob es in der kommenden Saison weitere Anpassungen geben muss, hängt von Witterung, Erntemengen und der Entwicklung der Produktionskosten ab. Der Landwirtschaftsverein wird die Lage weiterhin beobachten und bei Bedarf erneut beraten.