Ausbau in der Altstadt läuft trotz Sommer betrieblich weiter
In der Laufenburger Altstadt schreiten die Bauarbeiten zur Sanierung der Werkleitungen in die Schlussphase. Während an prominenten Orten wie dem Marktplatz und dem Bereich Rhytörli die letzten Pflästerungsarbeiten erfolgen, wird im Untergrund gleichzeitig das Fernwärmenetz erweitert. Die Arbeiten sind Teil eines Projekts, das Altstadthäuser künftig mit zentral erzeugter Wärme versorgen soll.
Die Maßnahme verbindet Sanierung und energetische Erneuerung: Der bestehende Abwasserstollen unter der Altstadt dient neu auch als Zubringer für Heizungsleitungen in mehrere Gebäude. Die Kernbohrungen zu den einzelnen Liegenschaften sind laut Projektverantwortlichen bereits abgeschlossen; anschliessend werden die Heizungsrohre in die Häuser eingezogen.
Welche Liegenschaften sind betroffen und wie stark?
Bislang wurden in den Wärmeverbünden Verträge für Anschlüsse abgeschlossen, die zusammen bereits eine beträchtliche Heizleistung abdecken. Im Wärmeverbund 2 sind 24 Anschlussverträge mit einer vereinbarten Heizleistung von 918 Kilowatt unterzeichnet worden. Zusammen mit den 21 Verträgen aus dem Wärmeverbund 1 ergibt das aktuell 45 Liegenschaften mit einer Gesamtanschlussleistung von 1523 Kilowatt. Das entspricht rund 38 Prozent der Altstadtliegenschaften.
| Wärmeverbund | Anschlussverträge | Anschlussleistung (kW) |
|---|---|---|
| Wärmeverbund 1 | 21 | 605 |
| Wärmeverbund 2 | 24 | 918 |
| Gesamt | 45 | 1523 |
Weitere 21 Verträge mit einer zusätzlichen Leistung von rund 1400 Kilowatt befinden sich in Vorbereitung. Damit würde der Netzanschluss einen noch grösseren Teil der Altstadt abdecken.
Provisorische Heizzentrale wird aufgestockt
Um die geplante Wärmeversorgung rechtzeitig zum Winter zu ermöglichen, wird die bereits bestehende provisorische Heizzentrale bei der Stadthalle erweitert. Die Kapazität der Anlage wird auf 950 Kilowatt verdoppelt; die zweite Anlage traf laut Mitteilung letzte Woche ein. Beide Zentralen werden mit Holzpellets betrieben.
Technische Herausforderungen und Folgen für die Bevölkerung
- Die Kernbohrungen durch unterschiedliche Gesteinshärten haben Spezialmaschinen und Fachpersonal gefordert.
- Baustellenbedingte Einschränkungen in der Altstadt: Pflästerungen und Kanalarbeiten können temporäre Sperrungen und Behinderungen für Fussgängerinnen und Verkehr bringen.
- Für Hausbesitzerinnen und -besitzer bedeutet ein Anschluss an das Netz eine Alternative zu individuellen Heizlösungen; für Mieterinnen und Mieter können sich künftig die Wärmebedingungen und Betriebskosten verändern.
Für die Bevölkerung ist es wichtig, sich über Informationskanäle der Stadt und der Wärme Laufenburg über Termine für Anschlussarbeiten, mögliche Sperrungen und die Kostensituation zu informieren. Die Bauarbeiten sollen so koordiniert werden, dass Betrieb und Zugang zu Gebäuden möglichst wenig beeinträchtigt werden.
Mit dem Fortschritt der Arbeiten rechnet die Versorgungsgesellschaft damit, dass die Kundinnen und Kunden ab September 2026 beliefert werden können. Der Ausbau ist ein Schritt hin zu einer zentralisierten, erneuerbaren Wärmeversorgung in der historischen Altstadt und reduziert langfristig den Bedarf an individuellen fossilen Heizlösungen.