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Politiker kritisieren Entfernung von Mittellinien auf Kantonsstrassen – Behörden wehren sich

Nach Strassensanierungen wurden auf mehreren Kantonsstrassen die Mittellinien entfernt. Politiker von links bis rechts fordern ihre Wiederaufzeichnung aus Sicherheitsgründen, während die Behörden das Vorgehen verteidigen.

Politiker kritisieren Entfernung von Mittellinien auf Kantonsstrassen – Behörden wehren sich
©Illustration KI Sandra Bucher / news10.ch

Kontroverse um Fahrbahnmarkierungen nach Sanierungen

Auf mehreren Kantonsstrassen im Kanton Luzern sind nach Sanierungsarbeiten die Mittellinien entfernt worden. Diese Massnahme hat im Kantonsparlament und in der Öffentlichkeit deutliche Kritik provoziert: Politikerinnen und Politiker aus dem linken wie dem rechten Spektrum verlangen die Rückkehr der Markierungen und warnen vor einer Abnahme der Verkehrssicherheit.

Die Mitte-Kantonsrätin Eliane Graber hat ein Postulat eingereicht, mit dem sie die Wiederaufzeichnung der Mittellinien auf Strassen fordert, auf denen Tempo 80 erlaubt ist. Sie argumentiert, dass sich die Mittellinien «über Jahrzehnte bewährt» hätten und für die optische Führung sowie die Orientierung der Verkehrsteilnehmenden sorgten. Die Entfernung der Linien habe zu Unverständnis und Verunsicherung geführt.

„Die betroffenen Strassen haben sich über Jahrzehnte mit Mittellinie bewährt“, schreibt Graber.

Fahrassistenzsysteme als weiteres Argument

Ein weiteres zentrales Argument der Kritiker betrifft moderne Assistenzsysteme: Viele Systeme seien auf gut erkennbare Fahrbahnmarkierungen angewiesen. Fehlen diese, so die Befürchtung, schalteten die Systeme ab, warnten die Fahrenden oder versuchten, die Fahrbahnmitte anzusteuern. In Verbindung mit Gegenverkehr könne dies laut Graber zu «sehr gefährlichen Situationen» führen.

Behörden widersprechen

Die zuständigen Behörden weisen die Vorwürfe zurück. Ihr Standpunkt ist, dass Mittellinien nicht auf allen Strassenabschnitten sinnvoll seien und insbesondere bei schmaleren Strassenabschnitten nicht zwingend zur Sicherheit beitrügen. Nach Sanierungen werde sorgfältig geprüft, ob Fahrbahnmarkierungen angebracht bleiben, entfernt oder angepasst werden müssen.

  • Forderung: Wiedereinzeichnen der Mittellinien auf Strassen mit Tempo 80.
  • Befürchtung: Abnahme des Sicherheitsempfindens und Probleme mit Fahrerassistenzsystemen.
  • Gegenposition: Behörden sehen Mittellinien nur bei breiteren Strassen als sinnvoll an.

Was bedeutet das für die Verkehrsteilnehmenden?

Für Automobilistinnen und Automobilisten, Velofahrende und Fussgängerinnen bedeutet die Diskussion praktische Folgen: Bleiben Mittellinien entfernt oder werden sie wieder aufgebracht, beeinflusst dies die optische Führung der Fahrbahn und das Verhalten von Fahrassistenzsystemen. Eine Entscheidung des Kantonsparlaments steht noch aus, und die öffentliche Debatte dürfte die künftige Markierungspraxis auf Kantonsstrassen beeinflussen.

AspektArgumente der KritikerArgumente der Behörden
Optische FührungErhöhte Orientierung und SicherheitNur bei breiteren Strassen relevant
AssistenzsystemeFunktioniert nur mit klaren MarkierungenSysteme passen sich an lokale Gegebenheiten an
AkzeptanzVerunsicherung der VerkehrsteilnehmendenEntscheid nach technischem Prüfprozess

Der Kantonsrat wird sich voraussichtlich mit dem Postulat befassen; die Entscheidung könnte zu klareren Vorgaben bei künftigen Sanierungen von Kantonsstrassen führen.

Sandra Bucher
Sandra KI Korrespondent/-in im Kanton Luzern online

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