Neues Habitat am Rebberg: Handarbeit, Wasserstellen und Nisthilfen
Am Rebberg in Auenstein ist in den letzten zwei Jahren ein strukturreicher Lebensraum für Wildtiere entstanden. Initiatoren und Helfer legten fünf Weiher an, bauten mehrere Stein- und Asthaufen und errichteten eine 50 Meter lange Trockensteinmauer, die grösstenteils per Hand aufgebaut wurde. Ziel ist es, die Artenvielfalt zu fördern und das Gebiet für die Bevölkerung zugänglich zu machen.
Konkrete Elemente und ihre Funktion
Die angelegten Elemente sollen verschiedenen Tiergruppen geeignete Lebensräume bieten. In der Trockensteinmauer wurden zudem Holzbausteine mit gebohrten Löchern integriert, die als Nisthilfen für Wildbienen dienen. Erste Beobachtungen zeigen, dass bereits Mauerbienen diese Nistplätze angenommen haben.
- Fünf Weiher als Amphibien- und Libellen-Lebensraum
- Stein- und Asthaufen als Versteck- und Überwinterungsplätze für Kleinsäuger und Insekten
- 50 Meter Trockensteinmauer mit Nist- und Sitznischen für Tiere und Menschen
- Obstbäume und Wildstauden oberhalb der Mauer zur Nahrungssicherung für Insekten
Beobachtungen und angestrebte Arten
Bereits gesichtet wurden Frösche, verschiedene Bienenarten, Libellen, Tagfalter und Hermeline. Projektleiterin Mara Laube zeigte bei einer Begehung einen Wasserfrosch und beschrieb den Erfolg der angelegten Wasserstellen. Hoffnungsträger sind langfristig auch Arten wie die Gelbbauch-Unke oder die sogenannten Glögglifrösche, die von geeigneten Kleinstgewässern profitieren könnten.
„Quak, quak.“ „Seht ihr ihn?“
Nester und Beobachtungsmöglichkeiten
In der Mauer finden sich lose Steine und besondere Nistkonstruktionen: So gibt es einen Wiedehopfkasten, dessen Stein herausnehmbar ist, damit ein möglicher Nistplatz gereinigt werden kann. Bislang wurde der Wiedehopf allerdings noch nicht beobachtet. Winzerin Yvonne Clemen, Betreiberin des Weinguts «Stock18», verzeichnete bereits Hermeline, die mit einer Wildkamera dokumentiert wurden.
Auswirkungen für die Bevölkerung
Das Projekt stellt den Rebberg nicht nur ökologisch um, sondern schafft auch Begegnungs- und Erholungsräume: In der Trockenmauer und am Wegrand gibt es mehrfach Sitznischen, von denen aus man Tierbeobachtungen oder den Sonnenuntergang verfolgen kann. Die Anlage ist damit sowohl für Naturinteressierte als auch für Anwohnerinnen und Anwohner ein neuer, öffentlich zugänglicher Freiraum.
Was bleibt zu beobachten
Ob die geplanten Zielarten langfristig ansiedeln, hängt von klimatischen Bedingungen, Wasserführung und dem Pflegeaufwand der Anlagen ab. Entscheidend ist auch, wie intensiv die Fläche künftig von Menschen genutzt wird – zu viel Störung kann gerade bei Amphibien und scheuen Vogelarten negative Folgen haben. Die bisherigen Belege für Nistaktivitäten von Wildbienen und Sichtungen von Hermelinen sind aber erste positive Signale.
| Massnahme | Zielarten/Funktion |
|---|---|
| Weiher (5) | Frösche, Libellen, Amphibienlaich |
| Trockensteinmauer (50 m) | Wildbienen, Sitz- und Nistplätze, Unterschlupf für Igel/Hermelin |
| Stein- und Asthaufen | Verstecke/Überwinterung für Kleinsäuger, Insekten |
| Obstbäume & Wildstauden | Nahrungsangebot für Bienen & Schmetterlinge |
Die Umsetzung am Rebberg zeigt, wie lokale Initiativen naturnahe Elemente schaffen können, die sowohl der Biodiversität als auch der Bevölkerung zugutekommen. Langfristige Erfolge werden sich in den kommenden Jahren zeigen und sind von Pflege, Schutz und akzeptierter Nutzung durch die Öffentlichkeit abhängig.