Splendid füllt Waldbühne trotz Konkurrenz und Regen
Das Berner Duo Splendid, bestehend aus Michael Egger und Levin Dennler, hat am Donnerstagabend den Waldbühn-Hügel des Gurtenfestivals souverän bespielt. Mit ihrem Zusammenspiel aus nostalgischem und zeitgenössischem Mundartrock reihten sich Egger und Dennler in das internationale Line-up des Festivaltags ein und erreichten ein grosses Publikum – obwohl parallel der britische Rapper Loyle Carner an der Zeltbühne spielte und während des Konzerts Regen einsetzte.
Splendid ist das gemeinsame Projekt von Egger (bekannt durch «Jeans for Jesus») und dem Produzenten Dennler (unter anderem «Hainan»). Ihr stilprägendes Element ist eine Kombination aus Mundart-Texten, modernen Produktionselementen wie Autotune und einer stark lokal gefärbten Songauswahl. Das kam beim Gurten-Publikum an: sowohl jüngere Festivalgäste als auch ältere Generationen reagierten positiv.
Repertoire verbindet Nostalgie und lokale Bezüge
Während des Auftritts spielte das Duo sowohl eigene Stücke als auch eine überarbeitete Version des Polo Hofer-Klassikers «Wägem Gäld». Bereits beim ersten Akkord dieses Covers zeigte sich die generationsübergreifende Wirkung ihrer Musik: Fusswippen und Mitsingen waren deutlich sichtbar. Eigene Stücke, etwa «Chicago», zeichneten sich durch eine sehnsuchtsvolle Bildsprache aus und verknüpften persönliche Orte mit vertrauten lokalen Bezügen – etwa mit Anspielungen auf den Fussballspieler Granit Xhaka.
„Dört wo eim irgendwenn ds Glück fingt“
Besondere Momente entstanden durch Gastauftritte: Lokalbekannte Musikerinnen wie Jule X und Leila standen bei «Schmier» auf der Bühne, und der Zürcher Sänger Faber stimmte bei «Welcome Home» mit ein. Diese Version des Stücks war eine Live-Exklusivität, die so nicht auf Streamingplattformen zu finden ist — aus urheberrechtlichen Gründen, da die Melodie von Passengers «Let Her Go» stammt.
Konsequenzen für die lokale Szene
Der Auftritt von Splendid auf dem Gurten zeigt mehrere Trends im Berner Musikleben:
- Starke lokale Identität: Mundart und lokale Bezugspunkte erhöhen die Resonanz beim regionalen Publikum.
- Genre-Mix: Klassischer Rock trifft auf moderne Produktionstechniken; das spricht verschiedene Altersgruppen an.
- Vernetzung: Gastauftritte lokaler Grössen stärken die Szene und fördern Sichtbarkeit.
Für Festivalbesucherinnen und -besucher sowie Veranstaltende zeigt der Auftritt, dass regional verwurzelte Acts auch auf grösseren Bühnen bestehen können. Zudem belegt die positive Publikumsreaktion, dass Nostalgie kombiniert mit zeitgenössischer Produktion ein funktionierendes Rezept ist, um diverse Zuschauergruppen zu erreichen.
Praktische Hinweise
Wer sich für die lokale Musikszene interessiert: Weitere Programme und Line-ups des Gurtenfestivals sind auf der Festivalwebseite und an den Kassen vor Ort abrufbar. Bei künftigen Konzerten lohnt sich ein Blick auf mögliche Gastauftritte — sie können Live-Erlebnisse deutlich verändern.
| Act | Bühne | Besonderheit |
|---|---|---|
| Splendid (Michael Egger & Levin Dennler) | Waldbühne | Mundartrock mit Autotune, Gastauftritte |
| Faber | Waldbühne (Gast) | Live-Exklusivität bei «Welcome Home» |
| Loyle Carner | Zeltbühne | Parallelauftritt, britischer Rapper |
Der Abend auf dem Gurten bot somit sowohl musikalische Breite als auch lokale Verwurzelung und bestätigte die Rolle des Festivals als zentrale Plattform für die regionale und internationale Musikszene.