Für rund 1'700 Beschäftigte in den Lebensmittelwerken der Schwarz-Gruppe sind Lohnerhöhungen beschlossen worden. Das Unternehmen, das unter anderem für die Handelsketten Lidl und Kaufland produziert, und die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) einigten sich auf einen neuen Entgelttarifvertrag für die Ernährungswirtschaft in Sachsen-Anhalt. Die Vereinbarung sieht eine stufenweise Angleichung an das Tarifniveau in Niedersachsen bis zum Jahr 2031 vor.
Was vereinbart wurde
Nach Angaben der NGG steigen die Entgelte noch in diesem Jahr in zwei Schritten um insgesamt 5,75 Prozent. Zusätzlich erhalten die Beschäftigten eine einmalige Erholungsbeihilfe in Höhe von 156 Euro netto. Ab 2027 übernehmen die Beteiligten die Tarifsteigerungen eines vergleichbaren Tarifvertrags in Niedersachsen und ergänzen diese jährlich um 2 Prozent. Die vollständige Angleichung soll zum 1. Juli 2031 erreicht sein.
„mehr als überfälligen“ Schritt zur Lohnangleichung
Die NGG hob hervor, dass für Fachkräfte die Vereinbarung nach gewerkschaftlichen Berechnungen einem monatlichen Lohnplus von etwa 1'000 Euro entspreche. NGG-Verhandlungsführer Uwe Ledwig nannte den Abschluss einen „mehr als überfälligen“ Schritt zur Lohnangleichung. Das Unternehmen bewertete das Ergebnis als einen tragfähigen Kompromiss. Vorstandschef Jörg Aldenkott erklärte, eine vollständige Angleichung innerhalb von drei Jahren wäre wirtschaftlich nicht leistbar gewesen.
Betroffene Standorte und weiterer Kontext
Betroffen sind nach NGG-Angaben die Grossbäckerei Bonback in Halle sowie die Getränkewerke MEG in Jessen, Leißling, Roßbach und Weißenfels. Dem Unternehmen zufolge gilt der Tarifabschluss zudem für das Nudelwerk Bon Pasta in Erfurt. Das Tarifgebiet Sachsen-Anhalt umfasst insgesamt rund 15 Betriebe mit gut 3'000 Beschäftigten, womit der Abschluss für Teile der Branche nicht alle Beschäftigten umfasst und der Konflikt vorerst nicht vollständig beendet ist.
- Erhöhung in diesem Jahr: +5,75% (in zwei Schritten)
- Einmalzahlung: 156 Euro netto Erholungsbeihilfe
- Ab 2027: Übernahme vergleichbarer Tarifsteigerungen in Niedersachsen plus 2% jährlich
- Vollständige Angleichung: 1. Juli 2031
Die NGG forderte, dass weitere Unternehmen nachziehen müssten, um eine flächendeckende Angleichung an westdeutsche Tarifniveaus zu erreichen. Einige Firmen hätten sich laut Gewerkschaft inzwischen zu Verhandlungen über Lohnangleichungen bereit erklärt. Damit bleibt die Situation in der Branche weiterhin dynamisch: Der jetzt vereinbarte Rahmen schafft Planungssicherheit für die betroffenen Standorte, löst aber nicht alle tariflichen Fragen im Gebiet Sachsen-Anhalt.
| Jahr / Zeitpunkt | Massnahme |
|---|---|
| noch dieses Jahr | Erhöhung um insgesamt 5,75% in zwei Schritten; 156 € Erholungsbeihilfe |
| ab 2027 | Übernahme der Tarifsteigerungen in Niedersachsen + 2% jährlich |
| 1. Juli 2031 | Vollständige Angleichung an niedersächsisches Tarifniveau |
Für die Beschäftigten bedeuten die Vereinbarungen gestaffelte Verbesserungen bei Entgelt und sozialer Anerkennung; für die Branche hingegen stellt sich die Frage, wie schnell weitere Betriebe folgen und wie Arbeitgeberseite und Gewerkschaften künftige Tarifrunden gestalten. Der Abschluss ist ein relevanter Präzedenzfall für die Lohnentwicklung in der Ernährungswirtschaft in Ostdeutschland und könnte in den kommenden Monaten Impulse für weitergehende Verhandlungen liefern.