Werkstattfest in Sulgen bringt motorsportliche Zeitzeugen zusammen
In Sulgen, nahe Kreuzlingen und der Grenze zu Konstanz, fand kürzlich ein würdiges Treffen ehemaliger Rennfahrer und Wegbegleiter statt. Gastgeber war die Firma Horag-Racing, gegründet von Markus Hotz und heute geführt von seinem Sohn Benjamin Hotz. Eingeladen hatte der in der Szene bekannte Motorsportfachmann Markus Hotz zu einem kleinen Werkstattfest, bei dem alte Erinnerungen und technische Anekdoten ausgetauscht wurden.
Zu den Gästen zählten international bekannte Namen: der Neuseeländer Mike Thackwell (F2-Teamfahrer für Horag-Racing 1982), der F2-Europameister von 1984 Mike Thackwell sowie die Rennfahrer Stanley Dickens (Le-Mans-Sieger 1989) und der Gruppe C-Ass Kenny Acheson. Ebenfalls vor Ort waren zahlreiche Wegbegleiter und frühere Mitarbeiter, die die Geschichte des Unternehmens und seiner Rennaktivitäten mitgeprägt haben.
Historische Wurzeln und Renngeschichte
Markus Hotz, heute 84 Jahre alt, begann seine Motorsportlaufbahn in den späten 1960er-Jahren als Konstrukteur und Fahrer. Unter seiner Leitung entstanden die Horag-Formel-Super-Monoposti; diese Fahrzeuge wurden unter anderem von Harald Ertl eingesetzt. In den 1970er- und 1980er-Jahren war Hotz sowohl als Fahrer in F2- und F3000-Veranstaltungen als auch als Teamchef aktiv und erzielte besonders bei Bergrennen wie St. Ursanne-Les Rangiers und Freiburg-Schauinsland wiederholt Erfolge.
Hotz führte sein Team unter anderem mit Pilotinnen und Piloten wie Johnny Cecotto und Rolf Biland sowie mit jenen Fahrern, die beim Treffen zugegen waren. Für den Schweizer Unternehmer und Rennfahrer Fredy Lienhard setzte Horag-Racing später Sportprototypen wie den Ferrari 333 SP, die Lola-Judd und den Porsche RS-Spyder bei Langstreckenrennen ein.
Horag-Racing heute: Import, Technik und neue Kraftstoffe
Die Firma Horag-Racing ist weiterhin aktiv: Sie importiert unter anderem Ligier-Prototypen und betreibt eine Werkstatt in Sulgen. Die heutige Leitung unter Benjamin Hotz führt die Tradition fort, gleichzeitig ist das Unternehmen in technischen Entwicklungen engagiert. Zusammen mit dem Motorenbauer Mario Illien setzt sich Horag-Racing momentan für die Nutzung synthetischer Kraftstoffe im Motorsport ein – eine Initiative, die die Verbindung von historischer Renntradition und aktuellen technischen Fragestellungen deutlich macht.
Regionale Bedeutung und kultureller Wert
Die Veranstaltung in Sulgen hat lokale Bedeutung: Sie würdigt die lange Motorsporthistorie der Region, hält Kontakte zwischen ehemaligen Profis und heutigen Akteuren lebendig und stärkt das Netzwerk kleinerer Zulieferer und Werkstätten im Thurgau. Solche Treffen können auch wirtschaftliche Impulse geben – etwa durch Aufmerksamkeit für die Werkstatt, die Pflege historischer Rennfahrzeuge und mögliche Aufträge für Restaurations- und Servicearbeiten.
- Ort: Sulgen (nahe Kreuzlingen/Konstanz)
- Firma: Horag-Racing (Gründer: Markus Hotz; heutiger Leiter: Benjamin Hotz)
- Teilnehmende Persönlichkeiten: Mike Thackwell, Stanley Dickens, Kenny Acheson, weitere Wegbegleiter
- Aktuelle Schwerpunkte: Import von Ligier-Prototypen, Engagement für synthetische Kraftstoffe
| Person | Bekannt als |
|---|---|
| Mike Thackwell | F2-Fahrer; mit Horag-Racing 1982 in F2-Europameisterschaft |
| Stanley Dickens | Le-Mans-Sieger 1989 |
| Kenny Acheson | Gruppe C-Ass |
„Zusammen mit Motorenbauer Mario Illien engagiert sich Hotz heute mit viel Kenntnis und Herzblut für die Nutzung von synthetischen Kraftstoffen im Motorsport.“
Das Treffen in Sulgen ist ein Beispiel dafür, wie regionale Betriebe im Thurgau Motorsportgeschichte bewahren und zugleich in die Zukunft blicken. Für Interessierte bietet Horag-Racing weiterhin Anknüpfungspunkte – sei es durch Restaurationsarbeiten, technische Dienstleistungen oder die beteiligten Importeure klassischer Rennprototypen.