Am Frankfurter Flughafen sind nach Angaben eines Sprechers vier Beschäftigte an Malaria erkrankt. Nach derzeitigem Kenntnisstand dürfte die Übertragung durch eine mitgereiste Stechmücke in einem Flugzeug erfolgt sein. Betroffen waren Mitarbeitende unter anderem in der Gepäckabfertigung. Ob die Erkrankten hospitalisiert sind, teilte der Sprecher nicht mit.
Wie kommt es zu solchen Fällen?
Bei der sogenannten Flughafenmalaria handelt es sich um eine seltene, aber dokumentierte Form der Übertragung: Eine infizierte Anopheles-Stechmücke wird mit einem Flugzeug oder in Frachtgut mittransportiert und sticht Personen am Zielort. Eine direkte Mensch-zu-Mensch-Ansteckung der Malaria ist nicht möglich, die Krankheit wird durch Parasiten der Gattung Plasmodium übertragen.
Das Robert Koch-Institut (RKI) weist darauf hin, dass in Deutschland zwar Anopheles-Arten vorkommen, die unter günstigen Umweltbedingungen Malariaerreger übertragen könnten, solche autochthonen Übertragungen aber bislang extrem selten waren. In der Regel sind Malariafälle in Deutschland Reiserückkehrer, die sich in Endemiegebieten infiziert haben.
- Symptome: Häufig Fieber, Schüttelfrost und Kopfschmerzen; unbehandelt potenziell lebensbedrohlich.
- Übertragung: Durch Stich infizierter Anopheles-Mücken, nicht direkt von Mensch zu Mensch.
- Risikokontext: Flughäfen können betroffen sein, wenn Mücken in Flugzeugfracht oder Kabinen eingeschleppt werden.
Datenlage und Einordnung
Eine europäische Studie, die Fälle von Flughafen- und Gepäckmalaria von 1969 bis 2024 zusammengetragen hat, kam auf insgesamt 145 dokumentierte Fälle. In Deutschland wurden demnach 9 Fälle registriert. Das RKI bewertet Malaria am Flughafen als ein seltenes Ereignis, beobachtet jedoch eine leichte Zunahme solcher Vorkommnisse und empfiehlt, Schutz- sowie Desinfektionsmassnahmen regelmässig zu überprüfen.
| Zeitraum | Fälle Europa | Fälle Deutschland |
|---|---|---|
| 1969–2024 | 145 | 9 |
Der Sprecher des Frankfurter Flughafens betonte, dass trotz bestehender Sicherheitsmassnahmen nicht ausgeschlossen werden könne, dass eine Mücke sich in Fracht verstecke und beim Hervortreten ins Tageslicht zusteche. An Flughäfen kommt es laut Angaben immer wieder vereinzelt zu solchen Vorfällen; der letzte bekannte Fall am Frankfurter Flughafen datiert auf das Jahr 2023.
Konsequenzen für Gesundheitsschutz und Flughafensicherheit
Die aktuellen Fälle verdeutlichen mehrere praktische und organisationelle Herausforderungen:
- Notwendigkeit einer koordinierten Überwachung und schnellen Meldung zwischen Flughafenbetreibern und Gesundheitsbehörden.
- Prüfung und Implementierung von Vektorkontroll‑ und Desinfektionsmassnahmen bei Fracht und Flugzeugen.
- Aufklärung und Sensibilisierung von Beschäftigten, die an Umschlag- und Gepäckbereichen arbeiten, über Frühsymptome und Meldewege.
Gesundheitsbehörden und Flughäfen stehen hier in der Verantwortung, die Balance zwischen praktikabler Prävention und dem regulären Betrieb des Flugverkehrs zu halten. Das RKI empfiehlt, Verdachtsfälle rasch zu diagnostizieren und zu behandeln, da Malaria unbehandelt schwere Verläufe nehmen kann.
Für Reisende und Beschäftigte gilt: Bei Symptomen wie hohem Fieber, Schüttelfrost oder plötzlich auftretender Schwäche nach Kontakt mit Flughäfen oder internationalen Flügen sollte ärztlicher Rat eingeholt werden und auf mögliche Reise- bzw. Berufsexposition hingewiesen werden, damit die Diagnose rasch geprüft werden kann. Gesundheitsbehörden, Flughäfen und Fluggesellschaften sind aufgefordert, ihre Schutzkonzepte zu überprüfen und bei Bedarf anzupassen.