Eine Retrospektive für eine verlangsamte Wahrnehmung
Das Kunsthaus Zürich präsentiert in einer umfassenden Ausstellung das Werk des dänischen Malers Vilhelm Hammershøi. Die Schau bringt erstmals in der Schweiz eine grössere Anzahl seiner Gemälde zusammen und rückt damit einen Künstler ins Zentrum, der lange im Schatten der Kunstgeschichte stand. Hammershøis Bilder zeichnen sich durch fast leere Innenräume, gedämpfte Farbgebung und eine beinahe meditative Ruhe aus.
Die Werke fordern dazu auf, den Blick zu verlangsamen: Möbel, Lichtbänder auf dem Boden oder vereinzelt sichtbare Personen vom Rücken gezeigt – mehr passiert oft nicht. Solche Bildkompositionen schaffen Räume, in denen Stillstand und Konzentration spürbar werden. In Zeiten ständiger Reizüberflutung trifft das auf ein Publikum, das vermehrt nach ruhigen, reflektierenden Erfahrungen sucht.
Konkrete Werke und Provenienz
Zu den ausgestellten Arbeiten gehören unter anderem frühe Interieurs wie „Das Innere der Kirche Santo Stefano Rotondo in Rom“ (1902) sowie das kleinere Gemälde „Ruhepause“ (1905), auf dem eine Frau in gedämpften Grau- und Braunnuancen zu sehen ist.
| Titel | Jahr | Sammlung |
|---|---|---|
| Das Innere der Kirche Santo Stefano Rotondo in Rom | 1902 | Kunstmuseum Brandt |
| Ruhepause | 1905 | Grand Palais / Musée d'Orsay (Leihgabe) |
"Das Innere der Kirche Santo Stefano Rotondo in Rom"
Wirkung auf Zürcher Kulturleben
Die Ausstellung wird das Besucherangebot des Kunsthauses bereichern und voraussichtlich ein gemischtes Publikum anziehen: Kunstinteressierte, Besucherinnen und Besucher, die gezielt nach kontemplativen Erfahrungen suchen, sowie Touristen. Für die lokale Kulturszene bedeutet dies erhöhte Frequenz in Ausstellungsräumen, mögliche Publikumsgespräche und einen Impuls für Vermittlungsformate, die auf Entschleunigung setzen.
- Erstmals umfassende Hammershøi-Ausstellung in der Schweiz
- Fokus auf ruhige Innenräume und reduzierte Farbpalette
- Potenzial für verstärkte Öffentlichkeits- und Besuchernachfrage
Die Ausstellung bietet zudem Anlass für Schulen, Kulturvereine und städtische Vermittlungsprojekte, die Themen wie Wahrnehmung, Ruhe und Raum in den Unterricht oder öffentliche Programme integrieren können. Für Besucherinnen und Besucher empfiehlt sich eine zeitliche Planung, da die Schau wegen des erwarteten Interesses gut besucht sein dürfte.
Praktische Informationen zur Dauer der Ausstellung, Führungen und Eintrittspreisen veröffentlicht das Kunsthaus Zürich auf seiner Webseite. Die Präsentation stellt Zürich in die Reihe europäischer Museen, die Hammershøis Werk neu lesen und einem breiteren Publikum zugänglich machen.