Festplatz mit Geschichte: Vom «Out in the Green» zum internationalen Openair
Das diesjährige Openair Frauenfeld findet vom 9. bis 11. Juli statt. Die Veranstaltung hat in den vergangenen Jahrzehnten einen deutlichen Wandel durchlaufen: Angefangen als lokales Rockfestival auf der Pferderennbahn in 1987, entwickelte sich der Anlass zu einem der bedeutendsten Schweizer Musikfestivals, das inzwischen auch internationale Stars anzieht.
Die frühen Jahre standen im Zeichen von Rock und Reggae. Unter dem Namen «Out in the Green» kamen seinerzeit laut Archivangaben rund 30'000 Besucherinnen und Besucher nach Frauenfeld; das Programm war vergleichsweise schlicht und familiär: zwei Festwirtschaften, eine Tombola und sogar ein festivaleigener Kinderhort.
Wandel in Programm und Grösse
In den 1990er Jahren stieg die Bedeutung des Festivals deutlich an. Bereits in den ersten zehn Jahren traten namhafte Acts auf:
- 1991: Bob Geldof, Die Toten Hosen, Foreigner, Status Quo, The Blues Brothers Band, Toto
- 1997: Rammstein, David Bowie
- 1998: Rolling Stones, Deep Purple, Pur, Eros Ramazzotti, Iggy Pop, Bob Dylan, Joe Cocker
Der Auftritt der Rolling Stones 1998 markierte einen Höhepunkt: Mit dem Bestreben, in die Topliga der europäischen Grossfestivals vorzudringen, wurden Organisation, Budgets und Programm deutlich grösser und kommerzieller.
Konsequenzen für Frauenfeld
Der Wandel des Festivals hat lokale Auswirkungen auf mehrere Bereiche:
- Wirtschaft: Hotels, Gastronomie und Detailhandel profitieren von den Besucherströmen.
- Infrastruktur: Verkehr, Sicherheit und temporäre Einrichtungen mussten mit dem Wachstum skaliert werden.
- Kultur: Das Genre‑Spektrum vergrösserte sich — aus einem rocklastigen Angebot wurde ein breiteres Pop- und Rap‑Programm.
| Jahr | Charakteristikum / Acts |
|---|---|
| 1987 | Gründung als Rockfestival «Out in the Green» auf der Pferderennbahn |
| 1991 | Internationale Rockacts wie Die Toten Hosen, Toto |
| 1997 | Auftritte von Rammstein, David Bowie |
| 1998 | Rolling Stones und weitere Weltstars; starke Kommerzialisierung |
Für die Stadt Frauenfeld bedeutet das Festival heute einerseits eine mediale Sichtbarkeit und wirtschaftliche Impulse, andererseits stellt die jährliche Durchführung Ansprüche an Verkehrskonzepte, Lärmschutz und öffentliche Sicherheit. Diese Aspekte begleiten die Veranstaltung auch in ihrer aktuellen Form und beeinflussen das lokale Planen und Handeln.
Das historische Bild zeigt: Aus einem regionalen Rockanlass wurde über drei Jahrzehnte ein Festival mit internationaler Ausstrahlung. Wie sich dies künftig weiterentwickelt — etwa in Programmstruktur, Besucherzahlen oder lokalen Auswirkungen — bleibt ein Thema für Veranstalter, Stadt und Bevölkerung.