Deutschland verzeichnete im vergangenen Jahr 2.150 Drogentote. Das ist ein neuer Höchstwert und nur leicht über dem Niveau von 2024, als 2.137 Menschen starben. Auffällig ist die Altersverteilung: jeder vierte Drogentote war jünger als 30 Jahre.
Alarmsignal Jugend
Der Drogenbeauftragte Hendrik Streeck warnte eindringlich:
„Besonders erschüttert mich, dass die Opfer immer jünger werden“Seit 2021 hätten die Todesfälle bei unter 30-Jährigen um mehr als die Hälfte zugenommen; bei den Unter-20-Jährigen habe sich die Zahl nahezu verdoppelt. Konkrete Zahlen: 106 Tote waren jünger als 20 Jahre, 422 waren zwischen 20 und 29 Jahre alt. Insgesamt waren 1.777 der Opfer männlich.
Ursachen und Muster
Streeck machte nicht nur die abnehmende Vorsicht der Konsumierenden verantwortlich, sondern hob das Problem des Mischkonsums hervor: Medikamente, Alkohol und andere Substanzen führten zu tödlichen Kombinationen. Er warnte, dass viele junge Menschen die Risiken nicht oder nicht vollständig überschauen. In seinen Worten sei der Konsum mehrerer Substanzen „hochgefährlich“.
- Hauptgründe für Konsum bei jungen Menschen: psychische Belastung, Krisen, Neugier und Übermut.
- Häufig beteiligte Substanzen: Benzodiazepine, opioidhaltige Schmerzmittel und psychoaktive Arzneimittel.
- Versorgungsproblem: Nur rund die Hälfte der Betroffenen erhält angemessene Hilfe.
Folgen für Prävention und Versorgung
Ärzte und Suchtfachleute sehen in den Zahlen auch strukturelle Probleme: Es fehle an ärztlichem Nachwuchs in der Substitutionsbehandlung, schambehaftete Einstellungen erschwerten Zugang zur Hilfe. Der Berliner Substitutionsarzt Thomas Peschel betonte, dass nicht genug Betroffene die nötige Unterstützung erhielten. Streeck fragte pointiert:
„warum wir als Gesellschaft nicht aus diesen Drogentoten-Zahlen lernen.“
| Jahr | Anzahl Drogentoter |
|---|---|
| 2024 | 2.137 |
| 2025 | 2.150 |
Die Zahlen machen deutlich: Es reicht nicht, das Phänomen auf das «Problem am Bahnhof» zu reduzieren. Wenn junge Menschen vermehrt an Medikamentenmischungen und vermeintlich harmlosen Präparaten sterben, braucht es:
- frühzeitige Prävention und Aufklärung über Risiken von Mischkonsum,
- besseren Zugang zu medizinischer und psychosozialer Hilfe,
- Maßnahmen gegen Stigmatisierung von Suchterkrankungen und mehr Fachkräfte in der Behandlung.
Die Statistik ist ein Hinweis darauf, dass Politik, Gesundheitswesen und Zivilgesellschaft enger zusammenarbeiten müssen, um besonders verletzliche Gruppen zu schützen. Andernfalls droht die Zahl junger Opfer weiter zu steigen.