Forschungslabor Strasse: Tests auf zwei Aargauer Strecken
Auf zwei ausserörtlichen Kantonsstrassen im Aargau haben Forschende der Empa und des TCS im Juni Lärmmessungen mit Elektro- und Verbrennungsfahrzeugen durchgeführt. Die Messungen sind Bestandteil des nationalen Projekts Nexus und wurden vom Kanton Aargau kommuniziert. Getestet wurde auf der Luzernstrasse in Merenschwand und einer Landstrasse in Niederwil, jeweils auf einer geraden, 500 Meter langen Strecke.
Messaufbau und Methodik
Entlang der Teststrecken wurden 16 Messmikrofone installiert; zusätzlich waren GPS-Geräte auf den Testfahrzeugen montiert, sodass Standort und Geschwindigkeit zentimetergenau protokolliert wurden. Während der Messfahrten beschleunigten und bremsten Testfahrzeuge, um typische Fahrmanöver im Alltagsverkehr zu simulieren. Nebst Elektroautos fuhren auch Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor mit.
Wesentliche Erkenntnisse
Erste Resultate bestätigen frühere Tests: Bei Beschleunigungsvorgängen sind Elektrofahrzeuge im Mittel rund 3 Dezibel leiser als vergleichbare Verbrenner. Hingegen zeigten die Messungen, dass sich bei Konstantfahrt im Geschwindigkeitsbereich 30 bis 60 km/h keine nennenswerten Unterschiede im Geräuschniveau ergeben.
"Mit den Tests sollen wissenschaftliche Grundlagen zur Reduktion von Strassenlärm in der Schweiz geschaffen werden", heisst es beim Kanton Aargau.
Was bedeuten die Ergebnisse für den Kanton?
Für Gemeinden und Planer im Aargau haben die Resultate konkrete Bedeutung: Massnahmen, die auf Reduktion von Beschleunigungsgeräuschen abzielen — etwa Temporeduktionen in sensiblen Bereichen, veränderte Ampelschaltungen, bauliche Massnahmen an Kreuzungen oder Lärmschutz in Beschleunigungszonen — könnten sich positiv auswirken. Gleichzeitig zeigen die Messungen, dass allein die Umstellung auf elektrische Fahrzeuge nicht automatisch zu weniger Lärm bei fliessendem Verkehr führt.
Praktische Auswirkungen und nächste Schritte
- Die Erkenntnisse fliessen in das nationale Projekt Nexus ein und sollen helfen, Lärmminderungsstrategien zu entwickeln.
- Für Kommunen: Entscheide zu Tempo, Strassenbelag oder Ampelprogrammen sollten auf lokal erhobenen Daten gestützt werden.
- Für Verkehrsteilnehmende: Elektroautos reduzieren vor allem Geräusche bei Beschleunigung; bei konstanter Fahrt bleibt die Lärmbelastung vergleichbar.
| Messort | Streckenlänge | Messaufbau | Kernbefund |
|---|---|---|---|
| Merenschwand (Luzernstrasse) | 500 m | 16 Mikrofone, GPS auf Fahrzeugen | E‑Autos ≈ 3 dB leiser beim Beschleunigen |
| Niederwil (Landstrasse) | 500 m | 16 Mikrofone, GPS auf Fahrzeugen | Bei 30–60 km/h: keine relevanten Unterschiede |
Weitere Auswertungen und ergänzende Messungen — etwa zu Reifen- und Belagseinflüssen — sind geplant, um die Datengrundlage zu verbreitern. Für Aargauer Gemeinden bleibt entscheidend, lokale Messresultate und Verkehrssituationen zu berücksichtigen, bevor Lärmreduktionsmassnahmen umgesetzt werden.