Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) steht im Zentrum einer Debatte über die Ressourcen des Bundes im Gesundheitsbereich. In den vergangenen Jahren sind beim BAG sowohl die Personalbestände als auch die finanziellen Mittel deutlich gestiegen, während gleichzeitig in Teilen der ambulanten Versorgung Tarifbegrenzungen und kostenneutrale Systemwechsel gefordert wurden. Diese Entwicklung führt zu politischen und fachlichen Diskussionen darüber, wie Aufgabenzuwachs und öffentliche Ausgaben in Einklang zu bringen sind.
Wachstum in Zahlen
Laut den vorliegenden Zahlen erhöhte sich die Zahl der Vollzeitstellen beim BAG seit 2016 deutlich. Die Personalstruktur wird aktuell mit 784 Personen angegeben, davon 278 Vollzeitstellen und 506 Teilzeitstellen. Früher war die Anzahl der Vollzeitstellen tiefer: 2016 waren es 458 Vollzeitstellen, bevor sie auf 608 Vollzeitstellen anstieg. Parallel dazu entwickelten sich die Personalkosten von 78 Millionen auf 114 Millionen Franken, das Gesamtbudget von 158 Millionen auf 198 Millionen Franken.
- Personalzuwachs nach 2016: von 458 auf 608 Vollzeitstellen (je nach Zählweise).
- Aktuelle Gesamtpersonenzahl: 784 Personen (davon 278 Vollzeit).
- Personalkosten: 78 → 114 Millionen Franken.
- Budget: 158 → 198 Millionen Franken.
Warum dieses Wachstum?
Ein wesentlicher Treiber war die Pandemie. Während Covid-19 wuchs der Personalbestand im BAG stark, um die Krisenbewältigung sicherzustellen. Nach der Phase akuter Pandemiebedürfnisse fand jedoch kein vollständiger Abbau der Stellen statt. Gleichzeitig kamen neue Aufgaben und regulatorische Anforderungen hinzu, was den Ressourceneinsatz erhöht hat. Kritiker sehen in dieser Entwicklung eine ‹wuchernde Regulierung›, die zu höheren Staatsausgaben führe, gerade in einer Zeit, in der Sektoren wie Physiotherapie und Ärztinnen und Ärzte unter strikten Vorgaben standen.
Sparmassnahmen und Folgen
Trotz des insgesamt gestiegenen Umfangs wurden inzwischen auch Einsparungen beschlossen: Ende Februar 2025 informierte das BAG, dass es im Rahmen der bundesweiten Sparbemühungen 19,5 Stellen abbauen müsse. Als Folge werde auf bestimmte Projekte verzichtet: So sollen unter anderem die Datenbank für Kinderarzneimittel sowie Programme für Prävention am Arbeitsplatz und in der Gesundheitsversorgung nicht weitergeführt werden.
«Die Kürzungen tangieren verschiedene Bereiche, mit denen das BAG bis anhin einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der öffentli»
Diese Aussage aus der Mitteilung zeigt, dass die geplanten Kürzungen konkrete Programme betreffen, die bislang als Bestandteile der Präventions- und gesundheitspolitischen Arbeit des Amtes gelten. Welche konkreten Wirkungen sich daraus ergeben, hängt nun von Priorisierungen und der Umsetzung der Sparvorgaben ab.
| Kenngrösse | 2016 | aktuell |
|---|---|---|
| Vollzeitstellen (angegeben) | 458 | 608 |
| Personen insgesamt | — | 784 (278 VZ, 506 TZ) |
| Personalkosten | 78 Mio. CHF | 114 Mio. CHF |
| Budget | 158 Mio. CHF | 198 Mio. CHF |
Für die Gesundheitsversorgung stellen sich daraus mehrere Fragen: Wie lassen sich regulatorische Pflichten und Service‑Aufgaben effizienter erfüllen? Welche Schwerpunkte sollen im BAG künftig gesetzt werden, wenn Programme wegfallen? Und wie kann gleichzeitig die Belastung von Leistungserbringern in der ambulanten Versorgung gerecht beurteilt werden, wenn deren Einnahmen gedeckelt bleiben?
Die Debatte um das BAG‑Wachstum ist somit auch eine Debatte um Prioritäten im Gesundheitswesen: Es geht um die Balance zwischen Krisenresilienz, regulativer Steuerung und der Wahrung der Handlungsfähigkeit zentraler Präventions‑ und Gesundheitsprogramme. Konkrete Antworten werden in den kommenden Monaten von der Umsetzung der Sparvorgaben und von politischen Entscheiden abhängen.