Einfachheit als Wirkmacht
Der Benediktinermönch und Zen‑Lehrer David Steindl‑Rast erreicht seit Jahrzehnten Menschen jenseits konfessioneller Grenzen. Im Juli wird er 100 Jahre alt. In Bern wenden Institutionen und Kurse seine Texte gezielt an: Das Kompetenzzentrum Seelsorge im Gesundheitswesen und die «école de silence», ein Ort für zeitgenössische spirituelle Bildung, integrieren seine Schriften in Bildungsprogramme für Gesundheitsfachpersonen.
Praktische Anwendung in der Aus‑ und Weiterbildung
Claudia Kohli, Geschäftsleiterin des Kompetenzzentrums, hebt die Alltagstauglichkeit hervor: Die Sprache Steindl‑Rasts sei einfach und treffe Menschen von heute, seine Texte eigneten sich besonders für Module rund um Dankbarkeit. Auch weltliche Achtsamkeitsangebote greifen auf seine Formulierungen zurück. Reto Weishaupt, Meditations‑ und Achtsamkeitslehrer bei Mindfulmind, lobt die Kombination aus
- Weisheit und Herzensgüte,
- einfachem, eingängigem Ausdruck,
- thematischer Reichweite zu Dankbarkeit, Vertrauen und Spiritualität.
Diese Praxisnähe erklärt, warum seine Texte in Kursen für Fachpersonen im Gesundheitswesen willkommen sind: Sie bieten sprachlich zugängliche Anknüpfungspunkte für Gespräche über seelische Befindlichkeit und Resilienz.
"Das Wort Gott wird oft missbraucht und missverstanden. Auch Hitler hat während jeder seiner Reden Gott erwähnt."
Zwischen Tradition und universalem Zugang
Steindl‑Rast verbindet monastische Tradition und Zen‑Erfahrungen mit einer Auffassung von Spiritualität, die er als eine überzeitliche, gemeinsame Quelle beschreibt. Er vergleicht diese Ur‑Religiosität bildlich mit einer unterirdischen Wasserader, von der verschiedene Religionen je einen eigenen Brunnen anzapfen. Nach Jahren als Eremit lebt er heute im Europakloster Gut Aich in Österreich.
| Name | Rolle | Wohnort |
|---|---|---|
| David Steindl‑Rast | Benediktinermönch, Zen‑Meister | Europakloster Gut Aich (Österreich) |
Für den Kanton Bern ist dies mehr als eine biografische Notiz: Die Übertragung seiner Texte in Weiterbildungen zeigt, wie spirituelle Sprache in säkularen Kontexten praktisch genutzt werden kann – etwa in der Begleitung von Patientinnen und Patienten oder in Achtsamkeitsangeboten. Damit bleibt Steindl‑Rasts Werk ein Bezugspunkt für Menschen, die nach Zugängen zu Dankbarkeit, Vertrauen und Lebenssinn suchen.