Wenige Jugendliche bleiben ohne Anschluss – Chancen auf Lehrvertrag bis in den Herbst
Die Übergangsquote von der Volksschule in eine Folgeausbildung im Kanton Thurgau bleibt hoch: Mit dem Stichtag 30. Juni 2026 fanden 97,2 Prozent der Schulaustretenden eine Anschlusslösung. Das Amt für Berufsbildung und Berufsberatung zieht aus den Erhebungsdaten ein positives Fazit, obwohl die Zahl der Austretenden gegenüber dem Vorjahr gestiegen ist.
Konkret stieg die Zahl der Schulaustretenden von 2'664 auf 2'734; gleichzeitig verringerte sich die Zahl derjenigen ohne Anschlusslösung von 103 auf 76. Von den Austretenden haben 2'270 Personen, das sind 83 Prozent, eine definitive Anschlusslösung und starten nach den Sommerferien entweder eine berufliche Grundbildung EFZ/EBA oder besuchen eine weiterführende Schule.
| Indikator | Zahl |
|---|---|
| Schulaustretende (2026, Stichtag 30.6.) | 2'734 |
| Definitive Anschlusslösung | 2'270 (83%) |
| Ohne Anschlusslösung | 76 |
| Gesamtquote Anschlusslösungen | 97,2% |
Das Amt weist darauf hin, dass für die verbleibenden Jugendlichen weiterhin Lehrverträge genehmigt werden können – und zwar noch bis in die Herbstferien hinein. Zudem besteht eine hohe Anzahl offener Lehrstellen im Kanton, weshalb viele der derzeit noch Suchenden realistische Chancen haben, kurzfristig einen Ausbildungsplatz zu finden.
Was das für Betroffene und Betriebe bedeutet
Für Jugendliche und ihre Familien bedeutet die Entwicklung weniger Druck: Die Statistik zeigt, dass auch bei einem leichten Anstieg der Austretenden der Übergang in Ausbildung oder Schule gelingt. Dennoch bleiben die nächsten Wochen bedeutsam für die rund 76 Jugendlichen ohne Anschlusslösung. Für Ausbildungsbetriebe ergibt sich dadurch weiterhin die Möglichkeit, vakante Lehrstellen rasch zu besetzen.
- Jugendliche ohne Anschluss sollten die Beratungsangebote des Amtes für Berufsbildung und Berufsberatung in Anspruch nehmen.
- Betriebe, die noch Lehrstellen anbieten, können bis zu den Herbstferien Gesuche einreichen und Lehrverträge zur Genehmigung melden.
- Weil noch viele Lehrstellen offen sind, lohnt sich für Suchende eine erneute Kontaktaufnahme mit potenziellen Lehrbetrieben.
Die Zahlen stammen aus einer jährlichen Umfrage bei Lehrpersonen aller Abschlussklassen im Kanton. Das Amt für Berufsbildung und Berufsberatung interpretiert die Entwicklung als Ausdruck einer insgesamt erfreulichen Lage beim Übergang von der Volksschule in die berufliche Grundbildung oder andere Anschlusslösungen.
Für Ratsuchende: Die kantonalen Beratungsstellen geben Auskunft zu freien Lehrstellen, Bewerbungsunterlagen und möglichen Alternativwegen wie Praktika oder Zwischenlösungen, bis ein Lehrvertrag zustande kommt.