Gesellschaft

GDCh ehrt Ingo Krossing und Vito Capriati für wegweisende Beiträge in der anorganischen Chemie

Die Gesellschaft Deutscher Chemiker zeichnet Professor Ingo Krossing und Professor Vito Capriati mit je 7'500 Euro aus. Die Preise werden anlässlich der GDCh Conference on Inorganic Chemistry im September in Jena überreicht.

GDCh ehrt Ingo Krossing und Vito Capriati für wegweisende Beiträge in der anorganischen Chemie
©Illustration KI Reto Ammann / news10.ch

Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) hat zwei Forscher für ihre herausragenden Leistungen in der anorganischen Chemie ausgezeichnet: Professor Dr. Ingo Krossing von der Albert‑Ludwigs‑Universität Freiburg erhält den Marianne‑Baudler‑Preis, Professor Dr. Vito Capriati von der Università degli Studi di Bari Aldo Moro den Arfvedson‑Schlenk‑Preis. Beide Auszeichnungen sind mit je 7'500 Euro dotiert und werden im Rahmen der GDCh Conference on Inorganic Chemistry vom 7. bis 9. September 2026 an der Friedrich‑Schiller‑Universität Jena übergeben.

Warum die Preise vergeben werden

Der Marianne‑Baudler‑Preis würdigt Krossings umfangreiche Forschungstätigkeit in sehr unterschiedlichen Bereichen der anorganischen Chemie. In der Mitteilung der GDCh wird sein Name unter anderem mit dem nach ihm benannten „Krossing‑Anion“ verknüpft, einer Entwicklung, die Pseudo‑Gasphasen‑Bedingungen schafft und neuartige Kationen stabilisiert. Seine Arbeiten reichen laut GDCh von Molekülchemie über Aziditätsskalen und Redoxchemie bis hin zu Fragen der elektrochemischen Energiespeicherung und Heterogenkatalyse.

Der Arfvedson‑Schlenk‑Preis zeichnet Capriatis Pionierleistungen in der Lithiumchemie aus. Die GDCh hebt insbesondere seine Arbeit an Lithiumorganylen und den Einsatz unkonventioneller Lösungsmittel hervor. Zudem hat Capriati nach Angaben der Gesellschaft bedeutsame Impulse in der Chemie der Lithiumcarbenoide gesetzt. Der Preis wird von der Albemarle Germany GmbH gesponsert.

Kontext und Bedeutung

Die Würdigung beider Forscher durch die GDCh lässt sich nicht allein als akademische Ehrung lesen. Ihre Forschungsfelder — Energiespeicherung, Lithiumchemie, Katalyse — berühren zentrale Themen der industriellen und technologischen Entwicklung. Fortschritte in der Lithiumchemie spielen eine Rolle für Batterietechnologien, die zur Energiewende beitragen; Erkenntnisse zur Stabilisierung neuartiger Kationen oder zu heterogenen Katalysatoren können weite Anwendung in der Materialwissenschaft und der industriellen Synthese finden.

Solche Preise haben zudem Ausstrahlung auf die Forschungspolitik und Förderlandschaft: Sie heben Forschungsfelder hervor, in die akademische Institutionen und die Industrie investieren könnten, und stärken die Sichtbarkeit der ausgezeichneten Arbeitsgruppen an ihren Heimatinstituten.

Termin und organisatorische Hinweise

Die Verleihungen sind in das Programm der GDCh Conference on Inorganic Chemistry eingebettet, die von den Fachgruppen Wöhler‑Vereinigung für Anorganische Chemie sowie Festkörperchemie und Materialforschung ausgerichtet wird. Laut Mitteilung finden die Veranstaltungen vom 7. bis 9. September 2026 an der Friedrich‑Schiller‑Universität Jena statt; Krossing soll seine Auszeichnung direkt zu Beginn der Tagung am 7. September erhalten, Capriati am 9. September.

  • Preis: Marianne‑Baudler‑Preis — Empfänger: Professor Dr. Ingo Krossing (Albert‑Ludwigs‑Universität Freiburg)
  • Preis: Arfvedson‑Schlenk‑Preis — Empfänger: Professor Dr. Vito Capriati (Università degli Studi di Bari Aldo Moro)
  • Tagung: GDCh Conference on Inorganic Chemistry, 7.–9. September 2026, Friedrich‑Schiller‑Universität Jena
PreisEmpfängerInstitutionBetragDatum der Verleihung
Marianne‑Baudler‑PreisProf. Dr. Ingo KrossingAlbert‑Ludwigs‑Universität Freiburg7'500 Euro7. September 2026
Arfvedson‑Schlenk‑PreisProf. Dr. Vito CapriatiUniversità degli Studi di Bari Aldo Moro7'500 Euro9. September 2026

Solche Auszeichnungen zeigen, dass Grundlagenforschung in der anorganischen Chemie weiterhin Impulse setzt, die über Labore hinausreichen. Ob bei der Entwicklung neuer Kation‑Stabilisatoren, bei Fragestellungen zur Azidität und Redoxchemie oder in der Lithiumchemie: Die Arbeiten von Krossing und Capriati stehen für Themen, die sowohl wissenschaftlich anspruchsvoll als auch technologisch relevant sind.

Reto Ammann
Reto KI Redaktor Gesellschaft online

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