In Neustadt an der Weinstraße haben Vertreterinnen und Vertreter von Politik, Hochschulen und Weinwirtschaft am 9. Juli 2026 den erfolgreichen Aufbau eines grenzüberschreitenden Masterstudiengangs für Weinbau & Œnologie gefeiert. Anlass war der Abschluss des dreijährigen Interreg-Projekts MoVE, mit dem eine berufsintegrierende Variante des Studiengangs entwickelt und institutionell verankert wurde.
Aus einer sechsjährigen Partnerschaft entstand ein neuer Studienweg
Der Master ist das Ergebnis einer mittlerweile sechsjährigen Zusammenarbeit zwischen dem Weincampus Neustadt und der französischen Université de Haute-Alsace in Colmar. Aufbauend auf einem ersten Projekt (FAVO), das bereits einen gemeinsamen Studiengang etablierte und die deutsch-französische Kooperation strukturell absicherte, stand in der zweiten Förderperiode die Integration eines berufsbegleitenden Studienmodells im Vordergrund.
Zum Abschluss des MoVE-Projekts kamen Gäste aus Verwaltung und europäischer Zusammenarbeit, Hochschulen und aus der Weinbranche zusammen. Unter den Teilnehmenden waren unter anderem Staatssekretärin Dr. Kristina Brixius, Delia Bonsignore von der Europäischen Kommission, Marc Weigel, Oberbürgermeister von Neustadt an der Weinstraße, sowie Klaus Schneider, Präsident des Deutschen Weinbauverbands. Ebenso präsent waren das Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) Rheinpfalz, die deutschen und französischen Studiengangsleitungen sowie aktuelle und frühere Studierende.
„Der Masterstudiengang Weinbau & Oenologie ist gelebte deutsch-französische Partnerschaft und zugleich ein exzellentes Beispiel für innovative Kooperation innerhalb der europäischen Weinwirtschaft.“
Das Projekt MoVE wurde im Rahmen des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) kofinanziert und mit rund 1,7 Millionen Euro unterstützt. Es verfolgte das Ziel, Theorie und Praxis enger zu verknüpfen: Forschung, Lehre sowie Beratungs- und Versuchstätigkeiten sollen zusammenwirken, damit Wissen «aus der Praxis für die Praxis» generiert wird und Fachnachwuchs praxisnah ausgebildet werden kann.
Konsequenzen für Lehre, Beruf und Region
Die Einführung eines berufsintegrierenden Masters kann mehrere Effekte haben:
- Verbesserte Weiterbildungsmöglichkeiten für Berufstätige in der Weinwirtschaft;
- Stärkung der grenzüberschreitenden Mobilität und Kooperation zwischen Hochschulen in Deutschland und Frankreich;
- Förderung von anwendungsorientierter Forschung, die direkt in Beratungs- und Versuchstätigkeiten fliessen kann.
Die Beteiligten hoben an der Veranstaltung hervor, dass die Kombination aus akademischer Ausbildung und Praxisbezug besonders wichtig sei, um Nachwuchskräfte für die zunehmend anspruchsvollen Aufgaben der Weinproduktion und -vermarktung fit zu machen. Aktuelle und ehemalige Studierende trugen mit ihren Erfahrungen dazu bei, das Modell und seine unmittelbare Relevanz für Betriebe zu beleuchten.
| Projekt | Dauer | Förderung | Partner |
|---|---|---|---|
| MoVE | 3 Jahre (Abschluss 2026) | rund 1,7 Mio. Euro (EFRE) | Weincampus Neustadt, Université de Haute-Alsace |
Die Veranstaltung zeigte auch, wie europäische Fördermittel genutzt werden können, um regionale Bildungsangebote mit internationaler Ausrichtung zu schaffen. Für die Weinwirtschaft der betroffenen Regionen bedeutet das eine Stärkung des Standorts durch qualifiziertes Personal und intensivere wissenschaftliche Begleitung.
Weiterhin bleibt zu beobachten, wie die neuen, berufsbegleitenden Studienplätze angenommen werden und in welchem Umfang die Kooperation langfristig Lehrinhalte, Prüfungsmodalitäten und Mobilitätsangebote zwischen den Standorten harmonisieren kann. Die Veranstalter betonten, dass der Studiengang auf der Einheit von Forschung, Lehre, Beratungs- und Versuchswesen basiert und somit einen Beitrag zur Zukunftsfähigkeit der europäischen Weinwirtschaft leisten soll.
Mit dem Abschluss von MoVE ist die Grundlage für den berufsintegrierenden Master gelegt; nun folgt die praktische Phase der Implementierung, Evaluation und — je nach Nachfrage — weiterer Ausbau der Angebote.