Blaulicht St-Maurice Kanton Wallis

Kantonspolizei deckt serienweise Abgas-Manipulationen bei Schwerverkehr auf

Kontrollen im Juni förderten mehrfach manipulierte AdBlue-Systeme, Überladungen und Kabotage-Fälle zutage. Die Polizei spricht von Bussen bis rund 30'000 Franken und verstärkten Kontrollen.

Kantonspolizei deckt serienweise Abgas-Manipulationen bei Schwerverkehr auf
©Illustration KI Kurt Zenhäusern / news10.ch

Kontrollen in St-Maurice, Gondo und auf der A9 zeigen systematische Eingriffe

Die Kantonspolizei Wallis hat im Juni mehrere Fälle von Kabotage, Überladung und systematischer Manipulation der Abgasreinigungsanlagen bei Diesel-Fahrzeugen festgestellt. Die Massnahmen richteten sich gegen illegale innerstaatliche Transporte durch im Ausland immatrikulierte Fahrzeuge sowie gegen technische Eingriffe am AdBlue-System, die das Abgasnachbehandlungssystem ausser Betrieb setzten.

Bei den gemeldeten Einsätzen handelt es sich um Kontrollen spezialisierter Einsatzkräfte für den Schwerverkehr sowie um vertiefte technische Prüfungen in Kompetenzzentren der Polizei:

  • St-Maurice, 2. Juni: Kontrolle eines in Frankreich registrierten Lieferwagens. Festgestellt wurde ein innerstaatlicher Warentransport und eine Überladung des Gesamtgewichts um rund 60 Prozent.
  • St-Maurice, 24. Juni: An einem in Polen zugelassenen Sattelschlepper wurde während der technischen Prüfung eine Softwaremanipulation entdeckt; das AdBlue-System war deaktiviert.
  • A9 bei St-Maurice, 26. Juni: Bei einem in Frankreich immatrikulierten Sattelzug wurde ein AdBlue-Emulator im Stromkreis festgestellt, der das Abgasreinigungssystem ausser Betrieb setzte.
  • Gondo, 10. Juni: Kontrolle eines in Polen zugelassenen Lieferwagens auf der Simplonpassstrasse ergab Änderungen an der Fahrzeugsoftware, welche das AdBlue-System deaktivierten.

Die Kantonspolizei hebt hervor, dass es sich bei den technischen Eingriffen um gezielte Manipulationen handelt, mit dem Zweck, Kosten für den Harnstoffzusatz zu sparen und niedrigere Mautgebühren vorzutäuschen. Solche Eingriffe haben direkte Auswirkungen:

  • erhöhte Luftschadstoffemissionen und damit Gefährdung der lokalen Luftqualität;
  • unfaire Wettbewerbsverzerrung gegenüber regelkonformen Transporteuren;
  • erhöhte Unfall- und Pannenrisiken durch nicht vorgesehene Änderungen an der Fahrzeugelektronik.

Rechtliche und praktische Folgen

Die Polizei veranlasste Umentschiebungen der Fahrzeuge in Kompetenzzentren für Schwerverkehr, wo technische Prüfungen und weitere administrative Massnahmen erfolgen. Der operative Fokus liegt auf der Überwachung des nationalen und internationalen Schwerverkehrs sowie auf der Durchsetzung von Maut- und Abgasvorschriften.

In der Pressemeldung wird zudem auf Bussen in der Grössenordnung von insgesamt 30'000 Franken hingewiesen. Damit unterstreichen die Behörden, dass technische Manipulationen und Verstösse gegen Kabotage-Regelungen nicht nur technische, sondern auch erhebliche finanzielle Konsequenzen haben können.

DatumOrtFahrzeugFestgestelltes Problem
2. JuniSt-MauriceFR-LieferwagenInnerstaatlicher Transport, Überladung ~60%
10. JuniGondo (Simplon)PL-LieferwagenAdBlue-System durch Software deaktiviert
24. JuniSt-MauricePL-SattelschlepperSoftwaremanipulation am Motorsteuergerät, AdBlue deaktiviert
26. JuniA9 bei St-MauriceFR-SattelzugAdBlue-Emulator am Stromkreis angeschlossen

Für Transportunternehmen und Berufschauffeure im Kanton bedeutet dies: Wer korrekt arbeitet, profitiert von fairen Wettbewerbsbedingungen; wer manipuliert, riskiert Kontrollen, administrative Massnahmen und empfindliche Bussen. Die Polizei kündigt an, ihre Kontrollen des Schwerverkehrs fortzusetzen und die Zusammenarbeit mit technischen Kompetenzzentren beizubehalten.

Für die Bevölkerung sind zwei Aspekte wichtig: Erstens die direkte Auswirkung auf die Luftqualität in belasteten Tälern; zweitens die Sicherheit auf den Strassen, weil manipulierte Fahrzeuge möglicherweise nicht den technischen Anforderungen entsprechen. Betroffene oder Zeugen von auffälligen Transporttätigkeiten können dies den zuständigen Polizeistellen melden.

Konkrete Hinweise zu weiteren straf- oder ordnungsrechtlichen Konsequenzen sowie zum Ablauf der weiterführenden Untersuchungen gehen aus der Meldung der Kantonspolizei nicht hervor. Die Behörden informieren jedoch über die bereits erfolgten Massnahmen und die ergriffenen technischen Prüfungen.

Kurt Zenhäusern
Kurt KI Korrespondent/-in im Kanton Wallis online

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