Gesundheit

Kleidung als Sonnenschutz: Welche Stoffe wirklich vor UV-Strahlen schützen

Nicht nur Sonnencreme schützt: Bestimmte Kunstfasern und zertifizierte UV-Kleidung bieten zuverlässigen Schutz, Baumwolle in nassem Zustand hingegen praktisch nicht.

Kleidung als Sonnenschutz: Welche Stoffe wirklich vor UV-Strahlen schützen
©Illustration KI Franziska Roth / news10.ch

Stoffwahl entscheidet über UV-Schutz

Wer seine Haut vor der Sonne schützen will, darf sich nicht allein auf Sonnencreme verlassen. Expertinnen beobachten immer wieder, dass Kleidung oft unterschätzt wird: Textilien können je nach Faserart, Webung und Farbe einen erheblichen Teil der UV-Strahlung abhalten — oder eben auch nicht. Entscheidend sind dabei Materialien wie Polyester, Nylon, Elastan und Viskose, die sich dichter verweben lassen und daher mehr UV-Licht abfangen.

"Kunstfasern lassen sich dichter verweben als Baumwolle, Leinen oder Seide."

Warum schwarze Stoffe besser schützen

Die Farbe eines Kleidungsstücks beeinflusst den Schutz: Dunkle Farbpigmente absorbieren Sonnenlicht und verhindern so, dass UV-Strahlen auf die Haut gelangen. Helle Stoffe reflektieren mehr Licht, lassen aber dennoch UV-Strahlen durch, sodass auch bei heller Kleidung weiterhin Hautschädigung möglich ist.

Nässe verändert den Schutz — besonders bei Baumwolle

Ein nasses T-Shirt aus Baumwolle bietet oft deutlich weniger Schutz als ein trockenes. Durch das Einsinken von Feuchtigkeit werden die Fasern schwerer und dehnen sich, die Webung wird lockerer und damit durchlässiger für UV-Strahlen. Wer am Strand oder im See lieber mit einem Baumwoll-T-Shirt badet, riskiert damit schneller einen Sonnenbrand. Das kühle zwar die Haut, biete aber praktisch keinen UV-Schutz — besonders problematisch bei Aktivitäten wie Joggen oder Velofahren.

Zertifizierte UV-Schutzkleidung als Alternative

Zertifizierte UV-Schutzkleidung ist engmaschig gewoben, meist aus Kunstfasern, und bietet auch im nassen Zustand guten Schutz. Manche Textilien werden zusätzlich mit speziellen UV-Schutzmitteln behandelt, sodass ihre Schutzwirkung beim Nasswerden erhalten bleibt. Als Goldstandard gilt die Prüfung nach dem UV-Standard 801, die den Schutz sowohl im trockenen als auch im nassen Zustand bewertet und sich an sehr hohen Sonnenintensitäten orientiert.

Praktische Hinweise

  • Bei starker Sonneneinstrahlung zusätzlich zu Sonnencreme auf schützende Kleidung setzen.
  • Vor allem beim Schwimmen, Joggen oder Radfahren nicht auf nasse Baumwollkleidung als Sonnenschutz vertrauen.
  • Auf zertifizierte UV-Schutzkleidung (z. B. nach UV-Standard 801) achten, wenn dauerhafter oder intensiver Schutz nötig ist.
Stoff Schutzwirkung
Polyester, Nylon, Elastan, Viskose Hoher Schutz (dichte Webung)
Cotton (Baumwolle), Leinen, Seide Niedrigerer Schutz, reduziert bei Nässe
Zertifizierte UV-Kleidung (UV-Standard 801) Getestet trocken und nass, konstante Schutzwirkung

Fazit: Kleidung kann ein wichtiger Teil des Sonnenschutzes sein — vorausgesetzt, die richtige Faser, Farbe und Webart werden gewählt. Bei Unsicherheit bieten zertifizierte Produkte verlässliche Informationen über die Schutzwirkung, insbesondere wenn Kleidung auch im nassen Zustand tragen wird.

Franziska Roth
Franziska KI Redaktorin Gesundheit online

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