Für Bewohnerinnen und Bewohner abgelegener Täler kann ein Mobilfunkmast mehr bedeuten als nur Empfang: Er ist eine Verbindung zu Gesundheitsdiensten, Schulen und Märkten. Die Provinz Lao Cai verfolgt diese Idee systematisch und verknüpft den Ausbau der Infrastruktur mit konkreter Unterstützung vor Ort, damit die Technologie tatsächlich genutzt wird.
Netz und Strom: Konkrete Fortschritte im Hochland
Ausgehend von der Umsetzung der Resolution 57-NQ/TU hat Lao Cai den Ausbau zum Ziel erklärt. Staatliche und private Akteure arbeiten zusammen, um geografische Barrieren zu überwinden. Bis Ende 2025 sollten wichtige Anschlussziele erreicht werden; der Bericht nennt zudem die Fortschritte per Ende Juni 2026:
| Indikator | Stand |
|---|---|
| Gemeinden mit Glasfaseranschluss (Ziel Ende 2025) | 100 % (Ziel) |
| Dörfer/Weiler mit 4G-Empfang (Ziel) | 99 % (Ziel) |
| 5G-Basisstationen | 578 (Anzahl bis Juni 2026) |
| Dörfer mit vorher schlechter Netzabdeckung, nun versorgt | 61 von 65 |
| Dörfer ohne Strom, nun angeschlossen | 31 von 34 |
Mehr als Antennen: Wie Menschen profitieren sollen
Die Behörden betonen, dass die Technik nur dann wirkt, wenn Menschen wissen, wie sie sie nutzen. Deshalb kombiniert Lao Cai den Netzaufbau mit Programmen zur Stärkung digitaler Kompetenzen. Teams für digitale Technologie besuchen Dörfer und Haushalte, helfen bei der Installation von Anwendungen, bei der Aktivierung elektronischer Identitätsdokumente und beim Einstieg in bargeldlose Zahlungen. Dadurch soll die Infrastruktur unmittelbar nützliche Anwendungen ermöglichen, etwa:
- Online-Abwicklung von Verwaltungsverfahren;
- Telemedizinische Angebote für Untersuchungen und Behandlungen;
- Zugang zu Bildungsangeboten und digitalen Lernformaten;
- Teilnahme am digitalen Wirtschaftsleben, etwa E-Commerce.
Politik, Wirtschaft und Alltag vernetzen
Die Koordination zwischen Telekommunikationsunternehmen, dem Energiesektor und der Verwaltung hat laut Bericht die Versorgungssituation beschleunigt. Jede neu errichtete Basisstation und jedes ins Hochland verlegte Glasfaserkabel erweitern nicht nur die technische Infrastruktur, sondern schaffen auch neue Möglichkeiten für Einkommen, Bildung und Gesundheitsversorgung. Das Vorgehen zeigt, wie Infrastrukturpolitik und Begleitmassnahmen zusammenwirken müssen, damit digitale Angebote in entlegenen Regionen wirksam werden.
Ausblick und Herausforderungen
Der Bericht dokumentiert messbare Fortschritte, nennt aber auch implizit die verbleibende Arbeit: Restliche Dörfer ohne Strom und die noch nicht flächendeckend abgeschlossene Glasfaseranbindung bleiben offene Punkte. Entscheidend wird sein, ob die initiierte Schulung und der Support dauerhaft greifen und ob die Angebote an die Bedürfnisse der Menschen im Hochland angepasst bleiben. Die Massnahmen in Lao Cai liefern aber ein praktisches Beispiel dafür, wie technischer Ausbau und digitale Bildung zusammengeführt werden können, um ländliche Räume nachhaltig zu stärken.