Die Solothurner Lebensmittelkontrolle sieht eine markante Verschiebung: Nachdem im Jahr 2024 lediglich drei Betriebe geschlossen wurden, verzeichnete die Behörde 2025 insgesamt 15 Betriebsschliessungen. Als Folge massiver Mängel und zur «Unmittelbaren Gefährdung» der Gesundheit von Konsumentinnen und Konsumenten komme diese Massnahme nur als letztes Mittel zur Anwendung, heisst es im Bericht.
Kontrollaktivität und Sanktionen
Im Berichtsjahr führten die Kontrolleure im Kanton Solothurn 1'595 Kontrollen in Gastronomie, Metzgereien, Bäckereien, Detailhandel und weiteren lebensmittelverarbeitenden Betrieben durch. Dabei wurden in 153 Fällen sogenannte Prozessverbote ausgesprochen — das sind Verbote für einzelne Tätigkeiten oder Produktionsschritte bis zur Behebung erheblicher Mängel. In 101 Fällen waren die Beanstandungen so gravierend, dass Strafanzeige eingereicht wurde.
- 1'595 Kontrollen insgesamt
- 153 Prozessverbote (rund 10 Prozent der Kontrollen)
- 101 Strafanzeigen
- 15 Betriebsschliessungen im Jahr 2025
Schwerpunkt: importiertes Asia‑Gemüse
Ein besonderes Augenmerk legte die Kontrolle auf Importeure von Asia‑Gemüse. An zehn Verkaufsstellen wurden insgesamt 38 Proben entnommen. Die Ergebnisse zeigen einen beunruhigenden Befund: In etwa einem Drittel der Proben lagen Pestizidrückstände über den gesetzlich zulässigen Höchstgehalten.
„Die Ergebnisse der Schwerpunktkontrollen zeigen, dass importiertes Asia‑Gemüse weiterhin zu den risikobehafteten Warengruppen gehört.“
Besonders auffällig waren Rückstände bei Produkten wie Basilikum, Bohnen, grünen Chilis, Kardamom, Okra, Wasserspinat sowie weiteren Proben, in denen jeweils mehrere Pestizide gleichzeitig nachgewiesen wurden. Solche Mehrfachbelastungen deuten laut Kontrolle auf Mängel entlang der Produktions‑, Import‑ oder Vertriebskette hin.
Konsequenzen für Konsumentinnen und Betriebe
Für die Bevölkerung bedeutet der Bericht zweierlei: Erstens, dass die Behörden ihre Kontrolltätigkeit verstärkt haben und bei festgestellten Gesundheitsrisiken auch härtere Sanktionen ergreifen; zweitens, dass beim Einkauf von importiertem Asia‑Gemüse Vorsicht geboten ist. Mehrfachrückstände von Pestiziden sind problematisch, weil sie cumulative Wirkungen haben können und auf mangelhafte Kontrollen in den Herkunftsländern oder der Lieferkette hinweisen.
Für betroffene Betriebe im Kanton heisst das: erhöhte Kontrolldichte, die Pflicht zur raschen Mängelbehebung bei Prozessverboten und im schlimmsten Fall vorübergehende Schliessung oder strafrechtliche Folgen. Betreiberinnen und Betreiber im Gastgewerbe sowie Händler sind angehalten, Lieferketten zu prüfen, Herkunftsnachweise zu verlangen und bei Importwaren verstärkt auf Laborbefunde zu achten.
| Jahr | Betriebsschliessungen | Kontrollen |
|---|---|---|
| 2024 | 3 | — |
| 2025 | 15 | 1'595 |
Was Konsumentinnen und Konsumenten tun können
- Beim Einkauf auf Herkunftsangaben achten und, wo möglich, auf Schweizer oder EU‑geprüfte Ware setzen.
- Bei Unsicherheit direkt beim Händler nach Laborbefunden oder Lieferanten fragen.
- Besondere Vorsicht bei rohen Produkten wie Kräutern und Blattgemüse walten lassen — gründliches Waschen reduziert aber eliminiert nicht unbedingt alle Rückstände.
Die Lebensmittelkontrolle des Kantons Solothurn will mit diesen Kontrollen die Gesundheit der Bevölkerung schützen. Die veröffentlichten Zahlen zeigen jedoch, dass es in Teilen der Branche weiterhin substanzielle Mängel gibt, die zu schärferen Eingriffen führen können.