Mehr Stellensuchende im Kanton, nur leichter Anstieg im Wahlkreis St.Gallen
Ende Juni 2026 lagen im Kanton St.Gallen insgesamt 11'419 Personen in den Registern der Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV). Das sind 934 Personen mehr als ein Jahr zuvor; gegenüber Ende Mai reduzierte sich die Zahl geringfügig um 9 Personen. Im Wahlkreis St.Gallen standen per Ende Juni 3'026 Personen als stellensuchend registriert, das entspricht einem Anstieg von 2,3 Prozent gegenüber Juni 2025 und einem leichten Plus gegenüber dem Vormonat (von 3'003 auf 3'026).
Während sich die Zunahme im Wahlkreis relativ moderat darstellt, fällt die Veränderung kantonsweit markanter aus: Die gesamte Zahl der Stellensuchenden stieg im Jahresvergleich um 8,9 Prozent. Damit liegt der Kanton in seinem Trend sehr nahe an der nationalen Entwicklung; in der Schweiz insgesamt erhöhte sich die Zahl der Stellensuchenden gegenüber dem Vorjahr um 9,1 Prozent.
Verteilung nach Sektoren und Altersgruppen
Die Zunahme betrifft nicht alle Wirtschaftsbereiche gleichmässig. Im Dienstleistungssektor nahm die Zahl der Stellensuchenden deutlich stärker zu als in Industrie und Gewerbe. Konkret waren im Dienstleistungsbereich 7'166 Personen gemeldet, ein Plus von 12,8 Prozent bzw. 815 zusätzlichen Stellensuchenden. In Industrie und Gewerbe belief sich die Zahl auf 4'074 Personen, was einem Anstieg von 3,6 Prozent bzw. 140 Personen entspricht.
| Kategorie | Ende Juni 2025 | Ende Juni 2026 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Gesamt Kanton | 10'485 | 11'419 | +8,9 % |
| Wahlkreis St.Gallen | 3'003 | 3'026 | +2,3 % |
| Dienstleistungen | 6'351 | 7'166 | +12,8 % |
| Industrie & Gewerbe | 3'934 | 4'074 | +3,6 % |
Auch bei den Altersgruppen zeigen sich deutliche Zuwächse: Die Zahl der 15- bis 24-Jährigen stieg um 15 Prozent von 1'041 auf 1'197 Personen. Bei den 25- bis 49-Jährigen nahm die Zahl um 7,8 Prozent zu (von 6'255 auf 6'746), und bei den 50-Jährigen und Älteren betrug die Zunahme 9 Prozent (von 3'189 auf 3'476).
Was bedeuten diese Zahlen für die Region?
- Für Arbeitgebende: Die Verschiebung hin zu mehr Stellensuchenden im Dienstleistungsbereich kann auf veränderte Nachfrageprofile hindeuten; Rekrutierungsstrategien und Aus- bzw. Weiterbildungsangebote sollten darauf abgestimmt werden.
- Für Arbeitsuchende: Junge Menschen sind überdurchschnittlich betroffen. Angebote für Berufsberatung, Praktika und gezielte Qualifizierungsprogramme bleiben wichtig, um den Einstieg oder Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt zu erleichtern.
- Für Behörden und Sozialdienste: Die gestiegene Zahl der Stellensuchenden im Kanton erhöht die Nachfrage nach Unterstützungsleistungen; regionale Unterschiede wie die moderate Zunahme im Wahlkreis St.Gallen sind bei der Ressourcenplanung zu beachten.
Die aktuellen Daten geben ein differenziertes Bild: Zwar ist der Wahlkreis St.Gallen von einem nur leichten Anstieg betroffen, doch die kantonale Entwicklung zeigt, dass insgesamt mehr Personen auf Arbeitsvermittlung angewiesen sind. Die stärkere Zunahme im Dienstleistungssektor und unter jungen Menschen hebt Bereiche hervor, in denen präventive Massnahmen und gezielte Unterstützungsangebote besonders wirksam sein können.
Praktische Hinweise: Betroffene können sich an das zuständige RAV wenden, um Beratungs- und Unterstützungsangebote zu prüfen. Informationen zu regionalen Beratungsstellen und Weiterbildungsangeboten sind über die kantonalen Stellen verfügbar.