SP verlangt Prüfung von Sprühnebelanlagen an städtischen Orten
Die SP fordert den Stadtrat von Luzern in einem Postulat auf, den Einsatz von Sprühnebelanlagen «an ausgewählten Standorten im öffentlichen Raum» zu prüfen. Anlass ist die Zunahme von Hitzeperioden durch die Klimaerwärmung sowie die Erfahrungen mit einer temporären Anlage am Jesuitenplatz während des Luzerner Stadtfests (Foto: 26.6.2026).
Im Postulat betont die Partei, dass die Klimaerwärmung auch in der Schweiz zu häufiger auftretenden und intensiveren Hitzewellen führe und Städte wegen großflächiger Versiegelung besonders betroffen seien. Als Vorbild wird Basel genannt, wo solche Systeme bereits eingesetzt werden.
«Die Klimaerwärmung führt auch in der Schweiz zu häufigeren, längeren und intensiveren Hitzeperioden»
See-Energie nicht nur zum Heizen?
Neben den Sprühnebelanlagen hat die SP eine Interpellation eingereicht zur Rolle der See-Energie in Luzern. Das Netzwerk, das in erster Linie für die Wärmeversorgung gedacht ist, könne laut Vorstoss technisch auch zur Kühlung eingesetzt werden. Die Partei fragt den Stadtrat, in welchen bestehenden oder geplanten See-Energie-Gebieten die Lieferung von Kälte vorgesehen oder technisch möglich sei.
Damit rückt die Frage in den Vordergrund, ob die künftige Infrastrukturerweiterung nicht nur Heizfunktionen, sondern auch direkte Anpassungsmassnahmen an Hitzeperioden unterstützen kann – etwa für öffentliche Gebäude, Plätze oder Quartieranlagen.
Begrünung bleibt langfristig wichtigste Massnahme
Die SP stellt klar, dass Begrünungen und Entsiegelungen langfristig wirksamer und nachhaltiger seien als temporäre Sprühnebel. Gleichwohl seien solche baulichen und gestalterischen Eingriffe nicht überall kurzfristig umsetzbar, weshalb ergänzende, schnellere Massnahmen geprüft werden sollen.
- Kurzfristig: Prüfung von Sprühnebelanlagen an stark versiegelten Plätzen
- Mittel- bis langfristig: Ausbau von See-Energie-Netzen mit Option auf Kälteversorgung
- Dauerhaft: Förderung von Begrünung und Entsiegelung in der Stadtplanung
Für die Bevölkerung bedeutet dies, dass an besonders heißen Tagen künftig punktuelle Abkühlangebote in der Innenstadt denkbar sind – etwa an Plätzen mit hoher Aufenthaltsfrequenz und geringem Grünanteil. Gleichzeitig steht die Frage im Raum, wie die städtische Energiewende und die Anpassung an Hitze klimatisch und finanziell sinnvoll verzahnt werden können.
| Massnahme | Gegenstand | Nutzen |
|---|---|---|
| Sprühnebelanlagen | Öffentliche Plätze (z. B. Jesuitenplatz) | Unmittelbare Abkühlung bei Hitzewellen |
| See-Energie-Kühlung | Bestehende/geplante Netze | Langfristige Kühloption für Gebäude/Quartiere |
| Begrünung/Entsiegelung | Städtische Flächen | Nachhaltige Temperaturreduktion |
Der Stadtrat wird nun die Forderungen prüfen müssen. Entscheidend für die Umsetzung sind technische Machbarkeit, Kosten und auch Fragen der Wartung und Hygiene bei Sprühnebelanlagen. Die geplante Debatte betrifft alle Luzernerinnen und Luzerner, die in dicht bebauten Quartieren leben oder tagsüber viel Zeit in der Innenstadt verbringen.