Anstieg der FSME-Fälle in Sachsen sorgt für erhöhte Aufmerksamkeit
Die Landesuntersuchungsanstalt Sachsen meldet bislang 19 Fälle der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) bis Ende Juni dieses Jahres. Das sind deutlich mehr als im selben Zeitraum des Vorjahres, in dem 11 Fälle bekannt waren. Damit reiht sich Sachsen in die Regionen ein, in denen das Erkrankungsrisiko durch Zeckenstiche momentan präsent ist.
FSME ist eine virale Erkrankung, die durch Zecken übertragen wird und sich initial mit grippeähnlichen Symptomen zeigt. In einem späteren Krankheitsverlauf können jedoch schwere Ausfälle des Nervensystems auftreten. Im Gegensatz zur bakteriellen Lyme-Borreliose, die mit Antibiotika behandelbar ist, gibt es für FSME eine Schutzimpfung.
Borreliose: Fallzahlen und Verlauf
Bei der durch Zecken übertragenen Lyme-Borreliose liegen die gemeldeten Fälle in Sachsen für den aktuellen Zeitraum mit 546 etwas unter dem Vorjahresniveau von 645. Die Borreliose-Fallzahlen hatten im Vorjahr landesweit einen markanten Anstieg erfahren: von rund 1.600 auf etwa 2.600 gemeldete Fälle. In Sachsen waren im vergangenen Jahr zudem 48 FSME-Erkrankungen registriert worden.
- Bis Ende Juni: 19 FSME-Fälle in Sachsen (Vorjahr: 11)
- Borreliose in Sachsen: 546 Fälle (aktuell) vs. 645 im Vorjahr
- Bundesweit wurden zuletzt rund 700 FSME-Fälle gemeldet
Impfquote, Risikogebiete und Prävention
Der Grossteil Sachsens gilt als FSME-Risikogebiet; nur die Stadt und der Landkreis Leipzig sind derzeit nicht in dieser Einstufung enthalten. Das Robert Koch-Institut hatte Anfang des Jahres zusätzlich Nordsachsen in die Liste aufgenommen. Als Risikogebiete werden Regionen bezeichnet, in denen das Erkrankungsrisiko so hoch ist, dass die Schutzimpfung empfohlen wird.
Die Impfsituation in Sachsen ist derzeit problematisch: Die Quote der Geimpften liegt laut Sozialministerium bei knapp 20 Prozent. Dies ist vor dem Hintergrund der bundesweiten Zahlen bedeutsam: Von den rund 700 FSME-Fällen im vergangenen Jahr waren nach Angaben des RKI 98 Prozent un- oder unzureichend geimpft. Gesetzliche Krankenkassen übernehmen die Kosten für die Impfung.
| Parameter | Zahl/Status |
|---|---|
| FSME-Fälle in Sachsen (bis Ende Juni) | 19 (2025: 11) |
| Borreliose-Fälle in Sachsen (aktuell) | 546 (2025: 645) |
| Impfquote FSME in Sachsen | knapp 20 % |
| Bundesweite FSME-Fälle (letztes Jahr) | ~700 |
Für die Bevölkerung bleibt wichtig zu wissen, welche Symptome bei einer Zeckenübertragung auftreten können: Die Borreliose zeigt sich häufig durch Müdigkeit, Leistungsabfall, Fieber und eine charakteristische kreisförmige Rötung um die Stichstelle. Unbehandelt kann sie zu Gelenk-, Herzmuskel- und Nervenentzündungen führen. FSME beginnt mit grippeähnlichen Beschwerden; später können neurologische Ausfälle hinzukommen.
Vor dem Hintergrund der hier zitierten Zahlen ist die Empfehlung klar: Bei Aufenthalten im Grünen auf Schutz vor Zecken achten, Stiche frühzeitig entfernen und bei Verdacht ärztliche Abklärung suchen. Weil eine wirksame Impfung gegen FSME existiert und die Kosten von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden, bleibt die Förderung der Impfbereitschaft eine zentrale Massnahme, um die Belastung durch schwer verlaufende Erkrankungen zu reduzieren.
Die Entwicklung der Fallzahlen in den kommenden Monaten wird zeigen, ob der aktuelle Anstieg vor allem saisonalen Schwankungen entspricht oder längerfristige Trends sichtbar werden. Gesundheitsbehörden und Ärztinnen und Ärzte beobachten die Lage weiterhin genau.