Von der eigenen Verletzlichkeit zum Buch
Mit 39 Jahren hat die in Gächlingen wohnhafte Autorin ihren ersten literarischen Schritt gewagt. Ihr Debüt «Scritch-Scratch, Whatʼs That Batch?» ist ein 36-seitiges Kinderbuch mit klarer, gut lesbarer Schrift und Illustrationen. Entstanden ist es nicht nur aus dem Wunsch zu schreiben, sondern als Reaktion auf ein tiefes persönliches Erschüttern: Im Sommer 2025 erlitt sie eine stille Fehlgeburt, die in der Familie eine Zeit der Trauer auslöste. Aus diesem Schmerz heraus sei eine Stimme lauter geworden, erzählt die Autorin. Das Resultat ist ein Werk, das zugleich Mut, Hoffnung und die Bedeutung der Natur vermitteln will.
Lesen, Schreiben und ein eigener Weg
Das Bedürfnis zu schreiben begleitet sie seit Kindheitstagen: Als Neunjährige bekam sie ihren ersten Bibliotheksausweis – «der Schlüssel zur Welt», wie sie sich erinnert. Die Erinnerung an Lehrer, die mit Linkshändigkeit und Leseproblemen wenig tolerant waren, und die Unterstützung durch ihre Mutter prägen ihre Sicht auf das Lesen bis heute. Seit rund 20 Jahren lebt sie in der Schweiz; das eigene Erlebte und ihre Kinder haben sie schlussendlich dazu gebracht, den literarischen Traum zu verwirklichen.
Warum ein Kinderbuch?
Die Entscheidung für ein Bilderbuch war bewusst pragmatisch: Die jüngste Tochter habe Schwierigkeiten mit dem Lesen, habe jedoch durch Mangas eine Leselust entwickelt. Ein Buch zu schaffen, das sowohl familienintern wie öffentlich funktioniert, lag nahe. Zugleich ist das Werk legastheniefreundlich gestaltet – ein Aspekt, der Leseförderung und Inklusion thematisiert, ohne die Autorin explizit als Bildungsaktivistin zu bezeichnen.
Einblick in das Schreiben als Verarbeitung
«Manchmal schlummern Geschichten in uns und warten, bis der richtige Moment kommt oder das Leben uns so sehr erschüttert, dass sie einfach herausmüssen»,
Diese Einsicht steht im Zentrum des neuen Buchs: Schreiben als ein Mittel, persönlich zu heilen und zugleich anderen – vor allem Kindern – etwas mitzugeben. Die Autorin betont, dass sie nicht für Lehrpersonen schreibe, sondern weil Schreiben ihr Ruhe bringe und ermögliche, zu sein, wer sie wolle.
Familie als Grundlage
Die Autorin beschreibt ein Leben mit vielen Kindern: sieben Schwangerschaften hatten bisher sieben gesunde Kinder hervorgebracht. Die stille Fehlgeburt stellte dieses bisherige Gefühl von Unverwundbarkeit in Frage. Trotzdem dient die Familie als Basis für das Buch: Es ist ein Abbild gemeinsamer Erfahrungen und der Garten als wiederkehrender Ort der Erinnerung und des Trostes.
Format, Ziel und mögliche Folgen
Das Buch (36 Seiten) ist leserlich gesetzt und illustriert; es richtet sich an Kinder, die vielleicht selbst Lesehürden überwinden müssen, und an Eltern, die einfühlsame Zugänge zu Themen wie Verlust, Natur und Zusammenhalt suchen. Solche Publikationen können lokal Impulse setzen: Sie zeigen, wie persönliche Geschichten zu gesellschaftlich relevanter, inklusiver Kinderliteratur werden können und eröffnen Gespräche über Trauerarbeit innerhalb von Familien.
- Debüt: «Scritch-Scratch, Whatʼs That Batch?» (36 Seiten)
- Autorin: 39 Jahre, wohnhaft in Gächlingen
- Lebt seit 20 Jahren in der Schweiz
- Persönlicher Auslöser: stille Fehlgeburt im Sommer 2025
| Fakt | Angabe |
|---|---|
| Alter | 39 |
| Wohnort | Gächlingen |
| Seiten | 36 |
| Jahre in der Schweiz | 20 |
| Kinder / Schwangerschaften | sieben (sieben gesunde Kinder, eine stille Fehlgeburt) |
Das Buch ist zuletzt erschienen und zielt darauf ab, in Familie und Schule als Brücke zu fungieren: Es verbindet persönliche Verarbeitung mit dem Ziel, Lesen zugänglicher und ansprechender zu machen.