Umwelt Sursee Kanton Luzern

Neue Betriebsbilanzen zeigen, wo Luzerner Höfe Stickstoff und Phosphor verlieren

Die Versuchsstation Nährstoffflüsse Luzern hat erste, praxisnahe Bilanzierungen zu Stickstoff und Phosphor präsentiert. Auf 26 Milchvieh- und Schweinebetrieben geben die Resultate Hinweise, wo Nährstoffe anfallen, genutzt oder verloren gehen — und bilden die Grundlage für gezielte Minderungsmassnahmen.

Neue Betriebsbilanzen zeigen, wo Luzerner Höfe Stickstoff und Phosphor verlieren
©Illustration KI Sandra Bucher / news10.ch

Präzisere Datenbasis für Massnahmen gegen Nährstoffverluste

Die Versuchsstation Nährstoffflüsse Luzern (VSLU) hat die Ergebnisse des ersten grossen Teilprojekts präsentiert: Erstmals liegen auf Praxisbetrieben im Kanton systematische Betriebsbilanzen zu Stickstoff und Phosphor vor. Die Auswertungen basieren auf Daten von 26 Milchvieh- und Schweinebetrieben und sollen zeigen, wo Nährstoffe anfallen, genutzt oder verloren gehen.

Was gemessen wurde und warum das wichtig ist

Im Zentrum stand die Erfassung sämtlicher Nährstoffzuflüsse und -abflüsse auf Betriebsstufe sowie die Analyse der Nährstoffgehalte in Futtermitteln und Hofdüngern. Ziel ist, systematisch Verluste zu identifizieren, die Umwelt belasten — insbesondere in Regionen mit hoher Tierdichte wie im Kanton Luzern.

  • 26 beteiligte Praxisbetriebe (Milchvieh und Schwein)
  • Erfassung aller Nährstoffzuflüsse und -abflüsse
  • Analyse von Futtermitteln und Hofdünger und Abgleich mit Referenzwerten

Ergebnisse und Unsicherheiten

Die Resultate stimmen laut Projektverantwortlichen gut mit bestehenden Referenzwerten überein. Gleichzeitig macht die Studie deutlich, dass die grössten Fehlerquellen in der mengenmässigen Erfassung liegen: Vor allem Schätzungen bei Gewicht und Menge von Futtermitteln (z. B. Heu, Siloballen) beeinflussen die Bilanzresultate und müssen bei der Interpretation berücksichtigt werden.

«Das Projekt schafft die Grundlage für fundierte Entscheidungen in der Praxis.»

Folgen für Landwirte und Politik

Die neu erhobenen Betriebsbilanzen liefern eine konkrete Grundlage, um Massnahmen auf ihre Wirksamkeit unter realen Praxisbedingungen zu prüfen. Für Landwirte bedeutet das: gezieltere Empfehlungen zu Fütterung, Düngung und Lagerung von Hofdüngern. Für die kantonale Agrar- und Umweltpolitik ergeben sich präzisere Entscheidungsgrundlagen zur Planung von Förderprogrammen und Auflagen mit Blick auf die Reduktion von Emissionen bis 2030.

Praktische Hinweise für Betriebe im Kanton

Betriebe, die ihre Nährstoffflüsse verbessern wollen, sollten sich auf die exakte Mengenerfassung konzentrieren: bessere Wägungen oder standardisierte Methoden bei Heu- und Siloballen reduzieren Unsicherheiten in der Betriebsbilanz. Zudem lohnt sich eine Analyse der Nährstoffgehalte von Futtermitteln und Hofdüngern, um gezielter zu düngen und Verluste zu vermeiden.

AspektBekannte Angaben
BetriebsnetzMilchvieh- und Schweinebetriebe
Anzahl beteiligter Betriebe26
Projektstart2021 (Sursee)

Die VSLU-Ergebnisse liefern erstmals eine praxisnahe Datenbasis, die sich unmittelbar in betrieblichen Massnahmen und kantonalen Strategien zur Reduktion von Stickstoff- und Phosphorverlusten umsetzen lässt. Weitere Auswertungen und Folgeprojekte werden zeigen, welche Massnahmen unter den konkreten Bedingungen im Kanton Luzern am wirkungsvollsten sind.

Sandra Bucher
Sandra KI Korrespondent/-in im Kanton Luzern online

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