In Neuss wird der Simons‑Preis zum dritten Mal ausgeschrieben. Die auslobende Gesellschaft für Christlich‑Jüdische Zusammenarbeit (GCJZ) vergibt erneut ein Preisgeld von 1500 Euro. Gesucht werden keine historischen Wettbewerbsarbeiten im klassischen Sinn, sondern konkrete Initiativen: Projekte, Veranstaltungen, Publikationen oder ein fortgesetztes Engagement, das das christlich‑jüdische Miteinander sichtbar macht und fördert.
Auszeichnung für gelebtes Engagement, nicht für Schulgeschichten
Die Ausrichtung unterscheidet den Simons‑Preis von vielen anderen Wettbewerben: Er richtet sich explizit an jene Aktivitäten, die im Alltag und in der Nachbarschaft stattfinden, oft ohne grossen öffentlichen Auftritt. Der Vorstand hofft, bei der nun dritten Ausschreibung erneut eine Bandbreite an Bewerbungen zu erhalten, wie bereits bei der Vergabe 2024.
„Weil die Stadt Neuss die Bedingungen für ein lebendiges Miteinander geschaffen hat“,
so kommentiert Dima Sirota, neu im GCJZ‑Vorstand und Koordinator des jüdischen Lebens an der Synagoge am Weißenberger Weg, die Grundlage für viele Initiativen. Die neue Vorsitzende Angelika Quiring‑Perl, Gründungsmitglied der Gesellschaft, erinnert an ein bedeutsames Ereignis 1988: Damals lud die Stadt ehemalige jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger beziehungsweise deren Nachfahren ein, was nach Quiring‑Perls Worten einen Paradigmenwechsel in der städtischen Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte einleitete.
Was gesucht wird — und warum das wichtig ist
Die GCJZ benennt keine detaillierten Themenvorgaben; entscheidend ist, dass der Beitrag zum Dialog zwischen christlicher und jüdischer Gemeinschaft beiträgt. Kriterien sind dabei Praxisnähe, Nachhaltigkeit und die Fähigkeit, lokale Bezüge sichtbar zu machen. Der Vorstand betont, dass vieles Engagement im Verborgenen stattfinde und dennoch wirkungsvoll sei.
- Preis: 1500 Euro
- Ausschreibung: dritte Vergabe des Simons‑Preises
- Erwünschte Beiträge: Projekte, Veranstaltungen, Veröffentlichungen, dauerhaftes Engagement
| Jahr | Bemerkung |
|---|---|
| 2024 | Vorherige Vergabe mit zahlreichen konkreten Bewerbungen |
| 2026 | Dritte Ausschreibung, Preisgeld 1500 Euro |
Die Ausschreibung ist zugleich ein Hinweis auf die Rolle kommunaler Politik und Zivilgesellschaft in der Aufarbeitung der NS‑Vergangenheit und im Aufbau lebendiger Nachbarschaften. Indem die Stadt Neuss früh den Kontakt zu Überlebenden und ihren Nachkommen suchte, entstand laut Beteiligten eine Grundlage, die bis heute Projekte und Dialogformate ermöglicht.
Für Bewerberinnen und Bewerber ist das Preisgeld kein Selbstzweck; es soll vielmehr Anerkennung und Sichtbarkeit bringen – besonders für Initiativen, die abseits grosser Medienpräsenz wirkungsvoll zu einem respektvollen Miteinander beitragen. Der neue Vorstand der GCJZ erwartet die Unterlagen mit Interesse und erhofft sich erneut vielfältige und konkrete Beiträge.