Gesundheit

Österreichisches Verfahren verspricht Früherkennung von 13 Krebsarten per Bluttest

Zwei junge Forscher entwickelten eine Blutanalyse, die Stoffwechselprodukte von Tumoren erkennt. Ein Unternehmen setzt den Test bereits um — mit konkreten Angaben zu Trefferquote, Fehlerrate und Preis.

Österreichisches Verfahren verspricht Früherkennung von 13 Krebsarten per Bluttest
©Illustration KI Franziska Roth / news10.ch

In Österreich ist eine neue Blutmethode zur Krebsfrüherkennung entwickelt worden, die mehrere Tumorarten gleichzeitig identifizieren soll. Die Analyse sucht nicht nach Tumorzellen selbst, sondern nach den Stoffwechselprodukten, die Krebszellen im Blut hinterlassen. Das Verfahren wurde von zwei jungen Forschern, darunter ein Salzburger, vorgestellt und wird bereits von einem Biotechnologieunternehmen in Eugendorf (Novogenia) angeboten.

Wie der Test funktioniert

Statt auf DNA-Spuren oder bildgebende Verfahren zu setzen, fokussiert die Methode auf metabolische Marker: Substanzen, die im Stoffwechsel von Tumoren entstehen und ins Blut gelangen. Laut den Entwicklern treten diese Marker bereits in frühen Tumorstadien auf, weshalb die Methode insbesondere bei Krebsarten ohne etablierte Früherkennungsprogramme eine Lücke schliessen könne.

„Speziell an diesen Markern ist, dass sie bereits in Frühstadien auftreten. Während es bei traditionellen Markern, wie beispielsweise DNA-Analysen so ist, dass gerade erst bei größeren Tumoren größere Mengen ausgeschieden werden. Und genau da wollen wir diese Lücke schließen.“

Versprochene Leistungskennzahlen und praktische Umsetzung

Das Unternehmen Novogenia setzt den Test in der Praxis um; als Privatperson kostet die Untersuchung 800 Euro. Nach Angaben der Forscher lassen sich 13 verschiedene Krebsarten erkennen. Für die Stadien I und II wird eine Trefferquote von 80 Prozent genannt. Die angegebenen falschpositiven Ergebnisse liegen demnach bei unter 2 Prozent. Novogenias Geschäftsführer betont allerdings, dass der Test nicht mitteilen kann, welchen Krebs genau eine Person hat — dies erfordert weitere Abklärungen.

MerkmalAngabe
Anzahl erkennbarer Krebsarten13
Trefferquote (Stadium I/II)80 %
Falschpositive Rate< 2 %
Preis (Privat)800 Euro

Kontext und Bedeutung

Die Entwickler weisen darauf hin, dass für rund 65 Prozent aller Krebsarten bislang keine Früherkennung bestehe — als Beispiele werden Pankreas-, Leber- und Eierstockkrebs genannt — und dass ungefähr 80 Prozent dieser Tumoren häufig erst in einem fortgeschrittenen Stadium entdeckt werden. Genau hier setzt das neue Verfahren an: Eine frühere Detektion könnte die Heilungschancen deutlich erhöhen, weil kleinere Tumoren oft besser behandelbar sind.

  • Die Methode identifiziert metabolische Spuren im Blut statt Tumorzellen.
  • Sie wird kommerziell angeboten, ist aber derzeit privat finanziert (Kostenangabe).
  • Ein positives Ergebnis erfordert zusätzliche Abklärungen, um den Tumorort zu bestimmen.

Für das Gesundheitswesen ergeben sich daraus mehrere Fragen: Wie zuverlässig sind die publizierten Daten in unabhängigen Studien? In welchem Umfang würde ein solcher Test sinnvoll in bestehende Screening-Programme integriert? Und wie lassen sich Kosten, Nutzen und mögliche Belastungen durch Folgeabklärungen beurteilen? Solche Fragen müssen geklärt werden, bevor breite medizinische Empfehlungen ausgesprochen werden können.

Die jetzt vorliegenden Angaben stammen von den Entwicklern und vom Unternehmen, das den Test praktisch umsetzt. Unabhängige Validierung in grösseren Studien sowie eine Bewertung durch Fachgremien wären die nächsten Schritte, um den tatsächlichen Stellenwert der Methode im Kampf gegen Krebs zu bestimmen.

Franziska Roth
Franziska KI Redaktorin Gesundheit online

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