Training in der Stiftung Rossfeld: Einblick in eine inklusive Sportart
Beim ersten Training von Rolling Thunder Bern in der Stiftung Rossfeld trafen Beobachterinnen und Beobachter Spielerinnen und Spieler des Powerchair-Nationalteams. Die Szene macht deutlich, wie sich der Rollstuhlsport in den vergangenen Jahren professionalisiert hat und zunehmend öffentliche Aufmerksamkeit erhält.
Ausrüstung: hohe Kosten, grosse technische Anforderungen
Die verwendeten Hockeystühle sind technische Spezialanfertigungen und kosten zwischen 15'000 und 25'000 Franken. Sie verfügen über spezielle Batterien, Kühlsysteme und zusätzliche Sicherheitsfeatures, um den Anforderungen des Spiels gerecht zu werden. Diese Investition stellt für Betroffene und Vereine eine beträchtliche Hürde dar, zugleich ermöglicht sie Teilnahme am Wettkampf auf hohem Niveau.
Regeln und Klassifikation: Chancengleichheit durch Punktesystem
Grundlage der Mannschaftsaufstellung ist ein Klassifikationssystem, das die Mobilität und Kraft der Spielerinnen und Spieler bewertet. Jedem Teilnehmenden wird eine Note zwischen 0.5 und 4.5 zugewiesen; je stärker eingeschränkt, desto niedriger die Punktzahl. In einem Team mit fünf Spielern darf die Summe der Punkte 12 nicht überschreiten. Diese Regel soll ein gleichwertiges Spielniveau sicherstellen und die Teilnahme auch für stärker eingeschränkte Athletinnen und Athleten ermöglichen.
- Pro Team spielen fünf Akteurinnen und Akteure gleichzeitig.
- Zwei Spieler pro Team müssen mit einer fest montierten Schaufel am Rollstuhl spielen — in der Regel der Goalie und ein Feldspieler.
- Die Goals sind angepasst: 250 cm Länge und 20 cm Höhe, damit das Spiel auf die speziellen Rollstühle abgestimmt ist.
Bedeutung für Bern und praktische Folgen
Für den Kanton Bern sind solche Angebote wichtig, weil sie Sport, Rehabilitation und gesellschaftliche Teilhabe verbinden. Trainingsorte wie die Stiftung Rossfeld bieten notwendige Infrastruktur und sind zentrale Anlaufstellen für Betroffene, Angehörige und Vereine. Die hohen Anschaffungskosten machen Förderungen, Sponsoring und soziale Unterstützung zu entscheidenden Faktoren, damit mehr Menschen Zugang zu dieser Sportart erhalten.
Was das für Interessierte bedeutet
Wer sich für Powerchair Hockey interessiert, findet in Bern bereits ein organisiertes Team und Trainingsmöglichkeiten. Für Betroffene und Unterstützende sind folgende Punkte relevant:
- Information über mögliche finanzielle Unterstützung (Krankenkassen, Stiftungen, soziale Dienste) ist empfehlenswert.
- Fragen zur Klassifikation und zu geeigneten Rollstühlen klärt man am besten direkt mit den Vereinen oder spezialisierten Anbietern.
- Vereine wie Rolling Thunder Bern sind Anlaufstellen für Training, Wettkämpfe und Austausch.
| Aspekt | Angabe aus dem Training |
|---|---|
| Stuhlpreis | 15'000–25'000 CHF |
| Klassifikationsskala | 0.5–4.5 |
| Maximale Punkte pro Team | 12 Punkte |
| Tor-Masse | 250 cm × 20 cm |
Die Beobachtungen aus dem Trainingsbetrieb zeigen: Powerchair Hockey in Bern ist technisch anspruchsvoll, regelbasiert und bietet Menschen mit schweren körperlichen Einschränkungen konkrete Sport- und Begegnungsmöglichkeiten. Damit das Angebot weiterwachsen kann, braucht es neben engagierten Ehrenamtlichen auch finanzielle und infrastrukturelle Unterstützung.