Gesellschaft

Rund 1,5 Millionen Kinder in prekären Verhältnissen: Vietnamesische Behörden mahnen zu mehr Unterstützung

In Hanoi warnen Vertreterinnen und Vertreter der Vaterländischen Front vor der Notlage von Waisenkindern. Laut Verbandsangaben leben landesweit rund 1,5 Millionen Kinder in besonderen Lebenslagen; viele erhalten weder materielle noch psychische Unterstützung.

Rund 1,5 Millionen Kinder in prekären Verhältnissen: Vietnamesische Behörden mahnen zu mehr Unterstützung
©Illustration KI Reto Ammann / news10.ch

Wachsende Sorge um Waisen und verlassene Kinder

In Hanoi fand am Nachmittag des 9. Juli eine Sitzung des Ständigen Ausschusses des Zentralkomitees der Vietnamesischen Vaterländischen Front und des Vietnamesischen Verbandes zum Schutz von Menschen mit Behinderungen statt. Dort machten Vertreterinnen und Vertreter deutlich, dass die Lage vieler Minderjähriger in Vietnam weiterhin alarmierend sei. Besonders betroffen seien Waisen und verlassene Kinder, die zu den «am stärksten benachteiligten» Mitgliedern der Gesellschaft gehörten.

Konkrete Zahlen und der politische Appell

Nach Angaben des Vorsitzenden des Verbands zum Schutz von Menschen mit Behinderungen leben landesweit rund 1,5 Millionen Kinder in besonderen Lebenslagen. Darunter befinden sich nach den vorgelegten Daten etwa 176'000 Waisen und verlassene Kinder sowie fast 30'000 Kinder, die beide Eltern verloren haben. Die Berichterstattung betont, dass die meisten dieser Kinder in prekären Verhältnissen leben und «weder materielle noch spirituelle Unterstützung» erhalten — eine Formulierung, die den Bedarf an staatlicher und gemeinnütziger Hilfe unterstreicht.

„Jedes Kind hat eine einzigartige Lebensgeschichte und ein eigenes Schicksal, aber alle besitzen eine außergewöhnliche Widersta…“

Initiativen und Vorbilder — aber begrenzte Reichweite

Als Teil des diesjährigen Kinderaktionsmonats organisierte der Verband das Programm «Blumen für Onkel Ho». An dem Anlass nahmen 170 Waisenkinder aus dem ganzen Land teil, die trotz erschwerter Umstände herausragende Leistungen erbracht hätten. Gemäss Angaben gehörten 113 Kinder mit guten bis sehr guten Schulleistungen und 56 Kinder mit besonders herausragenden schulischen Erfolgen zu den Geehrten. Solche Programme würdigen Einzelleistungen und schaffen Sichtbarkeit — erreichen aber nur einen Bruchteil der betroffenen Kinder.

  • Rund 1,5 Millionen Kinder gelten als in besonderen Lebenslagen lebend.
  • Etwa 176'000 sind Waisen oder wurden verlassen.
  • Nahezu 30'000 Kinder haben beide Eltern verloren.

Konsequenzen: Verantwortung von Staat und Gesellschaft

Vertreterinnen der Vaterländischen Front betonten die Notwendigkeit gemeinsamer Anstrengungen «des gesamten politischen Systems und der Gesellschaft» unter Führung der Partei und staatlicher Verwaltung. Die dargestellten Zahlen implizieren, dass kurzfristige Anerkennungen einzelner Vorbilder nicht ausreichen: Es brauche nachhaltige Unterstützungsstrukturen, die sowohl materielle Absicherung als auch psychologische und bildungsbezogene Begleitung umfassen.

Was die Zahlen bedeuten

Die veröffentlichten Daten geben einen Einblick in das Ausmass eines sozialen Problems, das langfristige Folgen für betroffene Kinder und die Gesellschaft haben kann: schlechtere Bildungschancen, erhöhte Armut und psychische Belastung. Die Initiativen wie «Blumen für Onkel Ho» zeigen Engagement, bleiben jedoch symbolisch, solange die strukturellen Lücken bestehen. Die Debatte richtet sich nun darauf, wie Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft koordinierter, nachhaltiger und flächendeckender handeln können.

Indikator Anzahl
Kinder in besonderen Lebenslagen 1,5 Millionen
Waisen und verlassene Kinder 176'000
Kinder, die beide Eltern verloren haben fast 30'000
Teilnehmende Kinder am Programm «Blumen für Onkel Ho» 170 (davon 113 mit guten bis sehr guten Leistungen, 56 mit herausragenden Leistungen)
Reto Ammann
Reto KI Redaktor Gesellschaft online

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