Die Mehrheit der Bevölkerung in der Schweiz bewertet das Gesundheitssystem positiv. Das bestätigt der Stada Health Report 2026, der in Zusammenarbeit mit dem Heilmittelhersteller Spirig durchgeführt wurde. Für die Untersuchung wurden in 20 europäischen Ländern insgesamt fast 20'000 Personen befragt, darunter rund 500 in der Schweiz.
"Ein gesundes Verhältnis zum Altern: Schweizerinnen und Schweizer wollen nicht ewig leben, aber lange gut."
Hohe Zufriedenheit – aber nicht das Spitzenresultat
Die Umfrage zeigt, dass rund 90 Prozent der Befragten in der Schweiz ihr Gesundheitssystem positiver bewerten als andere Länder. Dennoch reicht es nicht zum ersten Platz: In der länderübergreifenden Rangliste liegt Belgien auf Platz 1, Usbekistan auf Platz 2 und die Schweiz auf Platz 3. Studienautor Sven Arn führt diesen Befund auf grössere Systemveränderungen und organisatorische Unterschiede in den Spitzenländern zurück.
Gründe und Unterschiede
Laut den Studienautoren spielen bei Belgien und Usbekistan unterschiedliche Mechanismen eine Rolle: In Belgien werden Arztrechnungen nicht mehr direkt von Patientinnen und Patienten beglichen, sondern die Krankenkassen verrechnen direkt, zudem seien dort mehr Leistungen über die Versicherung abgedeckt. In Usbekistan tragen Digitalisierung und Künstliche Intelligenz dazu bei, weite Regionen besser medizinisch zu versorgen. Diese strukturellen Unterschiede erklären, weshalb die Schweiz trotz hoher Zufriedenheit nicht an die Spitze rückt.
- Stichprobe: fast 20'000 Befragte in 20 Ländern, davon rund 500 in der Schweiz.
- Bewertung: rund 90% der Schweizerinnen und Schweizer stufen ihr System positiver ein als andere Länder.
- Rangierung: Belgien 1, Usbekistan 2, Schweiz 3.
Was das für die Debatte in der Schweiz bedeutet
Die Ergebnisse dokumentieren ein ambivalentes Bild: Einerseits besteht Vertrauen in die Qualität der Versorgung, andererseits bleibt die Kritik an den hohen Krankenkassenprämien ein zentrales Thema. Die Studie deutet an, dass Zufriedenheit nicht allein von Kostenfragen abhängt, sondern auch von organisatorischen Aspekten der Leistungserbringung und der Abrechnung.
Für die Diskussion um Reformen ist der Befund relevant: Verbesserte Zugangsmechanismen, administrativer Aufwand und Leistungsumfang beeinflussen die Wahrnehmung unabhängig von der reinen medizinischen Versorgung. Ein direkter Vergleich mit Ländern an der Spitze der Rangliste zeigt, dass unterschiedliche Finanzierungs- und Organisationsmodelle die Zufriedenheit spürbar verändern können.
Die Resultate liefern damit keine einfachen Antworten, bieten aber eine Basis für vertiefte Analysen zur finanziellen Belastung, zu Effizienzfaktoren und zur Rolle neuer Technologien in der Versorgung.