Stadt Wil reagiert auf Platzmangel in Mattquartier
Der Stadtrat von Wil beantragt dem Stadtparlament einen Bruttokredit von 7,6 Millionen Franken für den Neubau eines Doppelkindergartens mit integrierten Tagesstrukturen. Geplant ist ein zweistöckiger Holzbau auf der Wiese zwischen Mattschulhaus und Allmend. Das Vorhaben soll zwei Kindergartenklassen sowie 60 Plätze in den Tagesstrukturen bieten.
Hintergrund sind wachsende Bevölkerungszahlen im Südquartier und ein bereits heute spürbarer Mangel an Betreuungs- und Kindergartenplätzen in der Schuleinheit Matt. Derzeit wird ein Kindergarten provisorisch in einem Container untergebracht, die Tagesstrukturen nutzen eine gemietete private Lösung ausserhalb des Schulareals. Mit dem Neubau sollen diese Übergangslösungen aufgehoben werden.
Flexibel geplant — Erweiterungsmöglichkeit vorgesehen
Die Stadtplanung berücksichtigt mögliche Schwankungen bei den Schülerzahlen im Zusammenhang mit kommenden Wohnbauprojekten auf Arealen wie Kindlimann, Allmend und der Titlisstrasse. Der geplante Holzbau ist so konzipiert, dass er später um bis zu sechs Klassenzimmer erweitert werden kann. Sowohl Anbau als auch Aufstockung sind technisch vorgesehen.
«Die Konstruktion und die Grundrisse haben sich den Bedürfnissen noch besser angepasst und vereinfacht. Damit wurden auch die Kosten konsequent und kontinuierlich gesenkt.»
Die Projektfindung erfolgte über einen Wettbewerb, an dem 55 Vorschläge eingingen. Als Sieger ging das Projekt mit dem Titel «Ab durch die Hecke» hervor; es wurde anschliessend mit Nutzerinnen und Nutzern überarbeitet und verschiedenen Interessenvertretern vorgestellt. Nachhaltige Elemente wie ein begrüntes Dach, eine PV-Anlage und ein Batteriespeicher sind Teil der Planung.
- Geplanter Standort: Wiese zwischen Mattschulhaus und Allmend
- Umfang: 2 Kindergartenklassen, 60 Plätze Tagesstrukturen
- Investition: Bruttokredit 7,6 Mio. CHF
- Zusätzlich beantragt: 70%-Pensum für infrastrukturellen Unterhalt und technischen Betrieb
- Erweiterbar: bis zu 6 zusätzliche Klassenzimmer (Anbau oder Aufstockung)
Auswirkungen für Familien und Schulgemeinde
Für betroffene Eltern bedeutet der Bau eine Rückkehr von provisorischen in dauerhafte Lösungen: Der Container-Kindergarten soll abgebaut werden, die Mietlösung für die Tagesstrukturen endet. Langfristig schafft das Projekt mehr lokale Betreuungsplätze, was Pendelwege und externe Betreuungs-Anbieter entlasten kann. Zugleich bleibt offen, wie sich der konkrete Ausbaubedarf entwickelt — abhängig von der Umsetzung weiterer Wohnbauprojekte im Quartier.
| Parameter | Angabe |
|---|---|
| Bruttokredit | 7,6 Mio. CHF |
| Kindergartenklassen | 2 |
| Tagesstrukturplätze | 60 |
| Wettbewerbseingänge | 55 |
Bevor das Vorhaben ausgeführt werden kann, entscheidet das Stadtparlament über den beantragten Kredit. Kommt die Zustimmung, folgen konkrete Planungs- und Bauetappen; die Stadt hat bereits den infrastrukturellen Unterhalt und den technischen Betrieb in einem Umfang von 70 Prozent beantragt.
Für die Anwohnerinnen und Anwohner sind insbesondere Fragen zur Bauzeit, Verkehrsführung während der Realisierung und möglichen Lärm- sowie Baustellenwirkungen relevant. Diese Aspekte werden in weiteren Planungsschritten zu präzisieren sein.